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Blogparade: Was machen Sie so beruflich? Kaffeetrinken?

Berufebistro

„Jetzt wird der auch noch für’s Kaffeetrinken bezahlt. Tja, so gut möcht‘ ich das auch mal haben“.

So oder ähnlich könnte der unbedarfte Betrachter meiner Arbeit denken. Gespräche zu führen, ist tatsächlich eines meiner beruflichen Hauptaufgaben: Mit Geschäftspartnern, Kunden, Mitstreitern, Kollegen, Mitarbeitern. Dass das oft mit dem Genuss des heißen braunen Gebräus einher geht, hat auch damit zu tun, dass es sich beim Kaffee ungezwungener spricht. Dass die Gespräche oft systematisch vorbereitet sind und echte Arbeit bedeuten erschließt sich manchem Betrachter erst auf den zweiten Blick.Mit Kaffeetrinken ist meine Arbeit

Der Aufruf zur Blogparade von Wibke Ladwig „Und was machen Sie so beruflich?“ war ein gelungener Anlass mal etwas aufzudröseln, was ich den ganzen Tag so tue:

Wenn mich also einer fragt, was ich denn beruflich mache, antworte ich durchaus opportunistisch situationsabhängig.

Zum Beispiel mit Bildungsmanager: In der LVQ veranstalten wir Weiterbildungen, Seminare, Trainings. Ich mache vieles in diesem Haus – nur Trainer, Dozent und Lehrer, das bin ich nicht. Also eben Manager! Wobei eigentlich ist Organisation und Management jetzt nicht unbedingt mein Schwerpunkt.

Mehr rede ich mit unseren Kunden und Partnern. Also bin ich Weiterbildungsberater? Tolle Kurse und Seminare mit anerkannten Abschlüssen ergeben gute Karriere- bzw. Berufschancen. Unter anderem bespreche ich nämlich mit Menschen, was sie davon hätten, bei uns eine Weiterbildung zu machen. In der Regel haben sie bessere Karrierechancen, also doch eher Karriereberater? Genau!

Manchmal möchten die Menschen sogar ganz was Neues beruflich tun und fragen sich und mich, was das denn sein könnte: Also ist er Berufsberater, der Lars Hahn?

Bisweilen geht’s aber dann auch noch um die Klärung von anderen als beruflichen Themen, von Unwegbarkeiten des menschlichen Lebens. Da läuft es dann schnell in Richtung Coaching. Ach, ja also Berater und Coach? Hmmm.

Was ist aber mit der Kundengewinnung? Also Vertriebler ? Nee, ehrlich – ich mag das Wort wirklich nicht. Hat was von: „Jemanden Vertreiben“. Dabei will ich doch Kunden gewinnen. Und das funktioniert einfach besser durch Anziehung denn durch Vertreibung.

Und dann ist da meine Aufgabe, das ganze Unternehmen zu steuern, das Geschäft zu führen, Mitarbeiter zu unterstützen, strategisch zu handeln. Führungskraft?!

Also gut! Versuchen wir zusammenzufassen: Berater, Coach, Weiterbildungsberater, Karriereberater, Vertriebler, Kundengewinnler, Geschäftsführer, Führungskraft, Bildungsmanager…

Einigen wir uns auf Bildungsmanager und Karriereberater!

Übrigens: Die Lebenswelt meiner Mutter kennt Frisöre, Pastoren, Lehrer, Apotheker, Rechtsanwälte, Automechaniker und ähnlich klare Berufe. Spätestens bei der Frage, was mein Studium der Bildungswissenschaft bezweckt, stieg sie aus. Jahrelang konnte ich ihr kaum begreiflich machen, was ihr Sohn eigentlich beruflich macht. Seit zwei Jahren bin ich nun neben meinen Fachaufgaben auch Geschäftsführer der LVQ. Das kennt sie. „Ach, mein Sohn – der ist Geschäftsführer!“, sagt sie und stellt sich vielleicht vor, wie ich den ganzen Tag nur Geschäfte führen würde.

P.S. Mein Berufsabschluss heißt „Diplom Pädagoge“. Der passt allerdings nun am allerwenigsten zu meinem beruflichen Alltag. Ich habe nämlich in meiner ganzen Berufslaufbahn noch nicht ein einziges Mal pädagogisiert. Wenn sie den Abschluss hören, sagen die Leute etwa: „Ach, Du bist also Lehrer!“ oder „Meine Schwester ist auch Sozialarbeiterin“. Wegen der Missverständnisse erwähne ich den Abschluss eher ungern. Bisweilen pflege ich zu scherzen: „Ich arbeite nicht wegen meines pädagogischen Abschlusses in der Bildung, sondern trotz!“.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

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