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Jobsuche 2.0 oder: Hashtag #Karriere auf der re:publica

Wenn der neue Job fällig ist...

Wenn der neue Job fällig ist…

Es traf sich just in Berlin die deutschsprachige “Netzgemeinde” zur Gesellschafts-Konferenz republica. Man tauschte sich aus, trank viel Kaffee miteinander und lauschte spannenden Vorträgen.

Online-Welt trifft sich offline und berichtet gleich wieder online drüber auf allen Kanälen, zum Beispiel auf Twitter unter #rp13. Überwiegend Menschen, die sich beruflich mit Kommunikation, IT, Bloggen, Social Media, Medien, Marketing befassen, diskutierten spannende, aktuelle gesellschaftliche Themen. Wer die Konferenz verpasst hat, kann die meisten Vorträge und Fachbeiträge per Video sehen.

Meine inhaltlichen Favoriten für die Tagung lagen erkenntnisgeleitet bei Digitaler Arbeit und Jobsuche 2.0. Besonders spannend fand ich deshalb die Session „Das Ende der Arbeit. Wie Maschinen und ersetzen“ von Johannes Kleske, der sogar der faznet-Blogparade zur Vollbeschäftigung Raum gab. Spannend fürs Thema Karriere war natürlich auch der Vortrag von Christine Heller und Jochen Mai „Jobsuche 2.0“.

Inspiration beim Kaffeetrinken

Klasse waren die Treffen zwischen den offiziellen Veranstaltungen. Da fanden die spannenden Gespräche statt, zum Beispiel etwa so:

“Hey, Du bist wirklich nur Karriere- und Bildungsmann bei der LVQ?” wurde ich gleich am ersten Tag der Konferenz gefragt.

“Wieso machst Du nicht auch gleich was Berufliches mit Kaffee? Wo Dein Blog doch das Getränk schon im Namen hat. Wäre doch klasse, oder?!”

“Ja, wieso eigentlich nicht?” überlegte ich. Und gleich brausten die Ideen los: Kaffeeshop, Kaffeeversand, Kaffeeblog, Kaffeeratgeber …

Neue Karrierepläne für Lars Hahn? Soweit jetzt dann doch nicht.

Kennzeichnend für viele Gespräche, die ich in den Pausen und zwischendurch überall auf der republica führte, war die gegenseitige Inspiration, das Ingangbringen von kreativen Gedanken und Prozessen. Bisweilen ausgelöst durch Vorträge, Sessions und Talks. Viel öfter waren aber die Gesprächspartner direkt die Impulsgeber für spannende Gedankenspiele.

Karriere-Gespräche allenthalben

Systematisch Kaffeetrinken auf der republica. Trend-Thema meiner Gespräche zwischendurch war dann auch tatsächlich Arbeit 2.0. Breit gefächert umfasste das dann auch digitale Arbeit, neue Arbeitsformen, berufliche Positionierung, Karriere und Jobsuche 2.0.

Das Thema bewegt.

Viele.

Und so führte ich sehr unterschiedliche Karrieregespräche beim Kaffeetrinken. Mir begegneten:

  • Ein Online-Redakteur, der mehr will, als nur Redaktionsarbeit.
  • Der IT-Projektmanger, der über XING die besten Erfolge hat und punktefrau bei der das marginal eine Rolle spielt.
  • Ein PR-Berater, der sich die berufliche Sinnfrage stellt: Wozu mache ich das eigentlich alles? Bin ich das wirklich?
  • Der Kulturmanager, der sich Kunden wünscht, die ordentlich zahlen können.
  • Die Social-Media Managerin, die früher in Büchern machte und sich beruflich heute mit Augmented Reality und Google Glass befasst.
  • Ein „schwer vermittelbarer“ digitale Pionier.
  • Der Freelancer, der unbedingt wieder fest angestellt sein will und seine Personal-Branding-Kampagne plant.
  • Die teils freie, teils angestellte Themen-Bloggerin, die sich durch ihren 30-Stunden-Vertrag für eine Organisation in ihrem freiberuflichen Geschäft eingegrenzt fühlt.

Viele Gespräche, oft mit neuen Erkenntnissen zur beruflichen Perspektive von Menschen, die bereits jetzt so arbeiten wie viele in Zukunft tätig sein werden.

Dass Jobsuche und berufliche Positionierung heute ein anspruchsvolles Geschäft sind, haben mir alle Gespräche bestätigt. Es reicht eben mittlerweile nicht mehr, auf Stellenausschreibungen zu reagieren. Was für die Netzgemeinde gilt, ist übrigens durchaus auf andere Berufsfelder und Branchen übertragbar.

3 Schritte, die zur erfolgreichen Jobsuche 2.0 nötig sind

Deshalb empfehle ich bei anstehender Jobsuche drei Schritte, die Sie gehen sollten, bevor Sie richtig öffentlich agieren:

1. Positionierung

Bevor Sie sich die Frage stellen, wie Ihr nächster Job aussieht, können Sie sich die Frage beantworten, was Sie zu bieten haben:
WAS sind meine Fähigkeiten? WAS ist mein Wissen? WAS sind meine Eigenschaften? Und vor allen Dingen: Wofür würde ich mich bezahlen, wenn ich mein Chef wäre?

2. Zielbestimmung

WO möchten Sie arbeiten? Zu dieser Frage gehören auf der einen Seite Aspekte wie der tatsächliche Arbeitsort, das Gehalt, die Kollegen, der Chef, die Kunden. Wie soll jede dieser Determinanten aussehen? Auf der anderen Seite bedeutet das WO: Mit welchem Thema möchte ich mich befassen? In welcher Branche möchte ich das tun? Zugespitzt: Wofür brennen Sie? Dieser zweite Aspekt ist bisweilen viel schwieriger zu beantworten, als die Gehaltsfrage.

3. Wahl der Strategien

Erst wenn das WAS und das WO geklärt sind, kann die Frage nach dem WIE beantwortet werden: Wie komme ich denn nun zum meinem Zieljob? Mache ich das mit herkömmlichen Bewerbungsmethoden? Brauche ich eine strategische Online-Positionierung? Reicht vielleicht ein XING-Profil?

Genau über diese dritte Frage konnte ich auch auf der re:publica vortrefflich mit meinen Gesprächspartnern debattieren. Für den einen ist XING nach wie vor das geeignete Business-Netzwerk, auf dem er von Personalberatern angesprochen wird. Für die Nächste geht der Weg zum kommenden Arbeitgeber über ein freiberuflich betriebenes Blog. Wieder ein anderer macht Netzwerkarbeit über Fachkonferenzen und –communities im Internet. Und ein vierter macht alles gleichzeitig.

Christine Heller und Jochen Mai stellten die erfolgreiche Personal-Branding Kampagne der @punktefrau vor, die ich klasse finde. Aber: Nicht für jeden wird ein solcher Weg geeignet sein. Denn nicht jeder kann und will bloggen. Und mancher möchte sich nicht öffentlich zur Jobsuche bekennen.

Die XING-Leute, die mir am letzten Tag auf der Konferenz begegneten, sahen natürlich das XING-Profil als die Basis einer erfolgreichen Strategie der Jobsuche 2.0. Klappt aber sicher für viele, aber nicht für jeden.

Jeder braucht eine eigene Strategie der Jobsuche 2.0

Meine Empfehlungen für die berufliche Positionierung lauten daher:

  • Finden Sie Ihren eigenen Weg!
  • Suchen Sie sich Ihre persönliche Strategie der Jobsuche!
  • Finden Sie Ihren individuellen Weg des Systematisch Kaffeetrinken!

Dazu gehört auch die Wahl der richtigen Netzwerke. Das ist in der nächsten Woche einen eigenen Beitrag wert.

Und nun zu Ihnen:

  • Welche Strategie sind Sie bei Ihrer letzten Jobsuche gegangen?
  • Welche Netzwerke haben Sie genutzt?
  • Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

8 Kommentare

  1. Für alle, die diesen Blogeintrag lesen und vielleicht Interesse haben: Wir suchen einen/eine Kollegen/in für Webdesign und noch viel mehr..:-) und es wird bei uns bestimmt nicht langweilig.

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