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TUN! Die Umsetzung Ihres persönlichen oder beruflichen Projekts.

Wenn Sportler was TUN, geht's oft aufwärts.

Wenn Sportler was TUN, geht’s oft aufwärts.

Was haben berufliche Ziele mit einem Marathon zu tun? Es geht bei Beidem darum, ein großes Projekt zu realisieren, etwas zu schaffen, was eine große Aufgabe darstellt. Ein (Halb-)Marathon ist das allemal. Aber auch die meisten Ziele für Karriere und berufliche Entwicklung haben etwas Großes an sich.

Kürzlich lief ich selbst meinen ersten Halbmarathon. Endlich! Der Ruhrmarathon startete nach vier Jahren Pause und ich war dabei.

Was aber vorher alles geschehen war:

„Ach eigentlich könnte ich doch… mal … Halb-/Marathon laufen. … Irgendwann.“

Ich hatte das schon lange vor, aber immer wieder beiseite geschoben. Einige Hindernisse standen im Weg, die ich dort selbst platziert hatte:

„Das kostet viel zu viel Zeit, dafür zu trainieren.“
„Es besteht durchaus das Risiko, dass ich da abschmiere, so bei Kilometer 18.“
„Das ist eigentlich den Aufwand gar nicht wert.“
„Ich könnte so viel anderes tun in der Zeit.“

Ehrlich gestanden: Ich hatte so viele Gründe, es nicht zu tun.

Ein Grund sprach jedoch für das Event: Ich WOLLTE gerne einen Halbmarathon laufen.

Für einen Hobby-Läufer, wie ich es bin, ist das ein großes Projekt. Mit viel Training, gesundem Essen, Kompromissen der Familie, guter Termin-Koordination etc. Eigentlich ein klassisches Passionproject, wie Maren Martschenko das nennt. Ich nenne das auch Herzensangelegenheit und finde, eine sollte der Mensch stets haben.

1:58:03 - Ziel erreicht!

1:58:03 – Ziel erreicht!

Spätestens, als eine unserer Teilnehmerinnen in der LVQ mir eröffnete, dass sie beim diesjährigen Vivawest-Marathon mitläuft, war ich inspiriert. Mein Passionproject für das Frühjahr war gesetzt.

Die Vorbereitung lief reibungslos. Das Training machte Riesenspaß. Ziel sollte schließlich mindestens eine 1:59:59 sein. Rechts ist der Fotobeweis.

Ziel definieren, Projekt draus machen, TUN!

Mir wurde bei der Vorbereitung noch einmal klar, worauf es ankommt, wenn man ein großes Projekt realisieren möchte. Bei beruflicher Veränderung ist dies meistens genauso: Sie haben ein Ziel, Sie machen Ihr Projekt daraus und TUN, was Sie können, um dieses Ziel zu erreichen.

Das für SIE RICHTIGE Ziel definieren

Zielsetzung ist dabei besonders wichtig. Was hilft es mir, wenn ich zum Beispiel eine Weiterbildung anstrebe, ohne das Ziel dahinter zu kennen? Was bringt es, wenn ich ein Karriereziel definiere, das ich schlechthin gar nicht erreichen kann (zum Beispiel in 5 Jahren Professor zu werden, wenn ich gar nicht studiert habe)? Ein Ziel muss zu Ihnen passen, es müssen „Ihre Schuhe“ sein, in denen Sie sich bewegen. Es sollte sich herausfordernd anfühlen, ein klein wenig riskant. Aber doch mit einiger Mühe und Aufwand im gesetzten Zeitrahmen erreichbar. Deswegen:

  1. Definieren Sie das für SIE RICHTIGE Ziel, schreiben Sie es auf!
  2. Setzen Sie die Messlatte immer etwas höher, als Ihre Komfortzone erlaubt.
  3. Informieren Sie sich über die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften. TUN Sie dies mit Recherchen im Internet und direkten Gesprächen mit Menschen, die das TUN, was Sie erreichen wollen.

TUN: Die Umsetzung Ihres Projekts

Anschließend geht es um die Umsetzung Ihres Zieles. Das sollten Sie für sich als Projekt planen. Mit Zeitplan, Aktionsliste, Meilensteinen –  ganz wie Projektmanagement heute klassisch geht.

Nach der ersten Planung ist jedoch auf jeden Fall TUN angesagt. TUN erfordert Tätigkeiten, Machen, Umsetzen. Ich schreibe das, weil ich von mir selbst und vielen Menschen kenne, dass man sich leicht im Planen verliert und das Stadium des TUN nicht erreicht.

Für berufliche oder persönliche Ziele gebe ich dazu stets noch weitere Tipps. Ich empfehle:

11 Dinge, die zur Umsetzung Ihres Projekts notwendig sind.

  1. TUN Sie frühzeitig Ihre Absicht kund. Teilen Sie Ihr Ziel Ihren Freunden mit. Dann können Sie nicht mehr aussteigen. Ich mache so etwas im persönlichen Gespräch, aber auch bewusst öffentlich z.B. auf Facebook.
  2. Arbeiten Sie dann auf Ihr Ziel hin. Legen Sie konkrete Tätigkeiten fest, die Sie TUN müssen.
  3. Machen Sie Zwischenschritte, wie Zwischenprüfungen bei einer Ausbildung.
  4. Seien Sie dankbar für Zwischenerfolge und belohnen sich für diese.
  5. Lassen Sie sich durch Unterstützer inspirieren und umgeben sich mit welchen. Gehen Sie mit ihnen Systematisch Kaffeetrinken.
  6. Spielverderber betrachten Sie als Ansporn, es „jetzt erst recht“ zu TUN.
  7. Gehen Sie bei Rückschlägen liebevoll mit sich um.
  8. TUN Sie alles, was Sie zur Zielerreichung TUN können, besonders am Tag X!
  9. Genießen Sie Ihren persönlichen Erfolg!
  10. Teilen Sie Ihren Erfolg mit anderen, indem Sie Ihren Unterstützern und Inspirateuren danken.
  11. Suchen Sie sich direkt das nächste herausfordernde Projekt!

Wenn Sie diese 11 Dinge und die 2 Hinweise zum Ziel beachten, werden Sie nicht nur eine saubere Projektplanung hinbekommen, sondern Sie werden sich an Ziele rantrauen, die Sie vorher gemieden haben.

Erweiterung Ihres Spielraums durch kreative Projekte

Diese Strategie von Zielbestimmung, kreativer Projektplanung und TUN erweitert stückchenweise den Spielraum und die Grenzen Ihres Spielfeldes. Sie werden sich nach jedem erfolgreichen Projekt ein Stückchen weiter wagen.

Ich hatte mal vor Jahren mit einem 5-Kilometer-Lauf begonnen und war damals riesig stolz und glücklich. Mittlerweile habe ich durch Training, Ausdauer und Mut zum TUN mein Spielfeld bezüglich des Laufens ein wenig vergrößert.

Und genau das können Sie auch in anderen Lebensbereichen tun!

Wie ist das bei Ihnen: Haben Sie ähnliche Erfahrungen bezüglich Ihrer Ziele und Wünsche gemacht? Oder vielleicht ganz andere?

P.S.: Erfolg ist nie auf dem Mist eines Einzelnen gewachsen. Es sind soviele Umstände, die zum Gelingen eines Projektes notwendig sind, die nicht in meiner Macht sind. Deshalb ist es gut, zu beachten, wer alles zum Erfolg beigetragen hat und dies mit Dankbarkeit zu würdigen. In diesem konkreten Beispiel danke ich dem Organisationsteam des Vivawest-Marathon: Klasse gemacht! Und ich danke dem unbekannten Läufer, der mich in meiner Erschöpfung ab Kilometer 19 mitgezogen und motiviert hat. Ohne ihn hätte ich mein Ziel, wenn überhaupt reichlich später erreicht.

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

22 Kommentare

  1. Wie wahr! Zwei der Punkte halte ich für besonders wichtig: sich das richtige Ziel zu suchen – und dann ganz konkret festzulegen, was man dafür tun muß; so konkret, daß man das wirklich physisch umsetzen kann. Meinen Kunden gebe ich gern als Hinweis: (1) Immer aufschreiben! (2) Wenn ein anderer Mensch mit dem gleichen Hintergrund danach nicht wüßte, was er tun sollte, dann ist es nicht konkret genug…

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    • Das ist noch mal ein guter Tipp, Natalie: Deine (2). Ein anderer sollte verstehen, was ich bezwecke. Gefällt mir.
      Kürzlich ist daran ein Vorhaben von mir glücklicherweise gescheitert. 😉

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  2. Hallo Lars,

    ja, ja, ja! Tun!
    Ich selbst bin keine große Planerin. Mir reicht schon ein großes Ziel vor Augen zu haben (kann durchaus auch vage sein) und dann mache ich los, mein „Bauch“ führt mich immer weiter beharrlich in die richtige Richtung.

    Das ist nämlich vom jeweiligen Persönlichkeitstyp abhängig, wieviel Planung notwendig ist. Der Eine muss erst alles durchdenken, dann kann erst los legen. Der andere macht erstmal und überlegt während des Tuns…

    Mein eigenes Passionsprojekt ist (natürlich) Improvisationstheater :-))). Seit drei Jahren arbeite ich an meinen schauspielerischen Fähigkeiten und erschließe mir nach und nach die Impro-Welt.
    Ein wichtiger Punkt für mich, um immer weiter zu machen ist, ist zu akzeptieren, dass ich es mit 40 wahrscheinlich nicht mehr zu einer Profi-Schauspielerin bringen werde ;-). Aber ich versuche mich so nah wie möglich dem anzunähern. Und ganz egal, wie weit ich damit komme, jeder Schritt bringt mich näher!

    Das ist, glaube ich ein wichtiger Punkt: realistische Ziele, in Häppchen gereicht. Die zu grossen lähmen total, auch bei noch so viel guter Planung.

    Das Tolle an einer Passion ist: sie macht glücklich! Und man lernt sooo viel fürs Leben: Ich z.B. erzähle jedem, der es wissen will (und manchmal „im Eifer des Gefechts“auch denen, die es nicht wissen wollen), dass ich die Improvisations-Philosophie genial finde: Ja sagen, Freude am Scheitern entdecken, mittelmäßig sein usw.

    In diesem Sinne: Ich liebe Impro!

    Herzliche Grüße
    Natalie 🙂

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    • Danke für Deinen umfassenden Kommentar. Ich finde auch: Improvisation ist generell eine gute Hilfe zu tun! Es schützt vor Perfektionismus.

      Eine gute Devise: Freude am Scheitern. Oder wie ich sage: Mut zum Umweg. 🙂

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  3. Anne Güntert

    16/05/2013 @ 10:36

    Mein Passionproject ist der Freiläufertest im Rollkunstlauf:
    Da bereits jemand im blog richtig angemerkt hat, das man sein Passionproject auch Außenstehenden gut erklären sollte damit es klar definiert ist, hiermit mal die theoretischen vom DRIV (deutscher Rollsportverband) aufgestellten Kriterien: Freiläufertest
    Übungen zur Laufschulung
    -Übersetzen vorwärts links und rechts in Kreisform
    -Übersetzen rückwärts links und rechts (Bogenform soll erkennbar sein)
    -Flieger geradeaus oder im Bogen (Mindestdauer 12 Sekunden)
    -Bremsen auf rückwärts: aus dem Vorwärtslaufen auf rückwärts drehen, auf dem Stopper bremsen
    Der jeweilige Verein legt diese Kriterien jeweils etwas anders fest, muss aber der Rollsportkommission des RIV berichten und deren Standards einhalten. Ein bestandener Test wird mit einer Urkunde bestätigt. 3 Wertungsrichter vom RIV müssen die Prüfung abnehmen. Gebühr beträgt 5-7 Euro. je nach Verein in dem man die Prüfung ablegt. ich bin Mitglied des RSV Duisburg-Hamborn und des REV Gruga eV, also für systematisch Kaffeetrinken (meist am sonntag) im Grugapark ist also automatisch gesorgt LOL…

    Am besten posten jetzt alle mal in Lars‘ blog Eintrag ihre Passionprojects;-)

    @Natalie: super Projekt…ich finde Schauspielern faszinierend, kann’s aber selbst gar nicht und bewundere Leute die das hinkriegen,-9 das ist nämlich auch wichtig, Wertschätzung des Passionprojects durch andere, und wenn das Projekt auch noch so gaga für Außenstehende aussehen mag,-))) hat Lars ja schon gut erläutert im blog.

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  4. Toll, danke, das ist richtig schön auf den Punkt gebracht. Besonders die Aussage: „Ein Ziel muss zu Ihnen passen, es müssen „Ihre Schuhe“ sein, in denen Sie sich bewegen“.
    Mir fällt dazu ein: aus einem Veilchen wird keine Sonnenblume, egal, wie sehr es sich darum bemüht. Ich bin der Meinung, wir haben unsere Anlagen, und wir können maximal uns selbst innerhalb dieser Talente und Möglichkeiten verwirklichen. In unserer Individualität. Das sollten wir aber wirklich und wahrhaftig tun. Mit Engagement, Vision, Energie und Abenteuergeist.

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  5. Goethe hat zum Mittel der Wahl kurz und knapp formuliert:
    „Erfolg hat drei Buchstaben. TUN.“
    Der Beitrag ist der komplette Beipackzettel zur Verordnung mit Wirk- und Anwendungsinformationen, Dosierungsanleitung und Hinweisen zum Umgang mit Risiken und Nebenwirkungen … 😉

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  6. Hallo Herr Hahn,

    danke für diesen schönen Artikel! Ins TUN kommen, das ist doch, worauf es eigentlich ankommt. In kleinen Schritten und ohne sich lähmen zu lassen von der Größe des Gesamtprojekts. Ich mag diese Philosophie, lebe sie auch selbst und ermutige auch meine Kunden immer dazu, auch „unperfekt“ ins Laufen zu kommen.

    Ich werde Ihren Artikel gleich mal teilen,
    viele Grüße
    Marit Alke
    http://www.coachingprodukte-entwickeln.de (hier blogge ich auch selbst seit kurzem ;))

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