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Sind Sie noch bei Bewusstsein? Wie Bewusstheit bei Business und Karriere nutzt.

Eine gewisse Reife gehört dazu, wenn's um BewusstSein geht.

Eine gewisse Reife gehört dazu, wenn’s um BewusstSein geht.

„Bist Du noch voll bei Bewusstsein?“

In der Regel hatte diese Frage ein Zusammenzucken zur Folge. Mit ihr ertappte mein alter Lateinlehrer – und er war wirklich von der alterwürdigen Sorte – diejenigen, die dem Unterricht nicht mehr folgen (konnten). Zugespitzt schwang immer auch was von „Bist Du noch ganz dicht?“ mit. Die Frage blieb über lange Jahre die gleiche, nur das „Du“ wich irgendwann dem „Sie“.

Gemeint hatte der Lehrer so viel wie: „Sind sie noch ganz wach?“, „Befindest Du Dich mit allen Sinnen in der Gegenwart?“, „Bist Du bei der Sache?“.

  • Bewusst bei nur einer Sache sein?
  • Bewusstsein im Business?
  • Bewusstes Kaffeetrinken gar?

Michael Rajiv Shah lädt ein zum Tanz mit dem Blogstöckchen. Ich hab es ganz bewusst aufgenommen, auch wenn es das zweite innerhalb von wenigen Tagen ist. Hier meine Interpretationen dazu:

Was ist BewusstSein für mich?

Mich hat die Definition meines Lateinlehrers von „Bewusstsein“ geprägt. Auch nach vielen Seminaren und Trainings zu Bewusstsein und Co. gefällt mir die Definition meines Lateinlehrers immer noch am besten. Bewusstsein als Sein im Hier und Jetzt. Sich seiner bewusst sein. Sich seiner Handlung bewusst sein (die man jetzt gerade tut).

Nicht klebend an der Vergangenheit, nicht träumend in der Zukunft.

In der Gegenwart sein. Präsent sein.

Das impliziert auch, sich konzentriert einer Sache zu widmen. Einem Gespräch, einer Person. Die Wertschätzung ganz auf eins zu fokussieren.

Wie hängen BewusstSein & SocialMedia für mich zusammen?

Ketzerisch gesagt: Social Media eignet sich prima, um nicht bewusst zu sein.

Ich tue ja oft Dinge gewissermaßen gleichzeitig. Multitasking aber ist für mich der perfekte Weg zu Unbewusstsein. Oder wie empfinden Sie eine Unterhaltung einer Gruppe von Menschen, in der alle auf ihr Smartphone starren und mühsam ein Gespräch hinbekommen?

Bewusstsein heißt: Sich entweder zu 100 Prozent den Gesprächspartnern zu widmen oder mit voller Aufmerksamkeit der virtuellen Twitterwelt.

Oder Sie geben eben bewusst zu, dass hier grad nur bedingte Bewusstheit gewollt ist. Quasi: „Ich bin mir meiner Unbewusstheit sehr bewusst.“

Bewusstseinserweiternd empfinde ich soziale Netzwerke, wenn dort wirklich ein „Mehr“ entsteht. Große Veranstaltungen auf denen aktiv getwittert wird und auf denen durch die viel gepriesene Schwarmintelligenz so ein Erkenntnisgewinn entsteht. Das Bewusstmachen von Entwicklungen über Facebook und Twitter, wie aktuell in der Türkei bei #occupygezi.

Prickelnd finde ich auch die realen Netzwerke, die durch virtuelles Kaffeetrinken entstehen. Meine Twittagessen mit den Karriereexperten sind meine Lieblingsbeispiele. Vorher nur bekannt durch XING und Twitter, immer etwas formell, werden die Netzwerke erst richtig greifbar durch das persönliche Kaffeetrinken.

Wie nutze ich Bewusstsein im Business?

Sich bewusst stellen

Kürzlich hielt ich einen Vortrag und hatte kurz vorher unvermittelt heftiges Lampenfieber. Nun halte ich öfter Vorträge, habe eine gewisse Routine. Bisweilen überkommt mich aber eben punktuell ein leichter Anflug von Panik. Gegenpol von Bewusstsein ist das. Hinderlich, bisweilen schädlich. Definitiv aber unangenehm.

Ich habe mich entschieden, unangenehme Dinge einfach dennoch zu TUN. Sozusagen bewusst rein zu gehen in das Lampenfieber. Mich bewusst den Situationen und Gesprächen zu stellen, die ich meiden möchte. Langfristig bringt das Erfolg im Geschäft und in der Karriere.

Bewusst sein heißt in diesem Sinne doppeldeutig „entschieden“ und „präsent“ sein.

Bewusstes Kaffeetrinken

Wie trinken Sie Ihre Tasse Kaffee? In der Regel im Gespräch? Während Sie gleichzeitig lesen oder auf den Bildschirm linsen?

Ich trinke ihn oft nicht bewusst. Weil ich mehrere Dinge gleichzeitig tue. Der Kaffee bekommt manchmal nur 30 Prozent meiner Aufmerksamkeit, während ich ihn trinke.

Oder habe ich ihn überhaupt getrunken? Bisweilen weiß ich das nicht so genau. 100 Prozent BewusstSein täten der Sache gut.

Mit 100 Prozent BewusstSein im Business

Kennen Sie das auch, dass Sie Dinge automatisch tun, parallel und ohne Bewusstsein? Das mag beim Zähneputzen, beim Schuhe binden, ja sogar beim Autofahren in der Regel in Ordnung sein.

Aber sieht das aus bei Kundengesprächen? Mit Geschäftstelefonaten? Mit Business-Meetings? Lesen Sie auch manchmal auf dem Bildschirm während des Telefongesprächs? Denken Sie bisweilen auch schon an die nächsten Aufgaben, während Sie noch mit dem Kunden vis-à-vis sitzen?

Von meinem Gesprächspartner wünsche mir die volle, bewusste Aufmerksamkeit. Daher übe ich mich seit langem darin, meinem Gegenüber 100 Prozent BewusstSein eben auch zu schenken. Und es gelingt immer mehr. Selbst wenn das Smartphone in der Hosentasche „kribbelt“.

Wie schaffe ich es in einer bewussten Haltung zu bleiben/zurückzukehren?

„Wenn Du Gefahr läufst, dein Bewusstsein zu verlieren, dann beiß Dir auf die Zunge. Anschließend bist Du sofort wieder wach!“

Diesen Tipp gab mir vor einigen Jahren ein von mir sehr geschätzter Kommunikations- und Bewusstseinstrainer. Und der meinte ihn ernst!

Nun beiß ich mir selten auf die Zunge. Das schmerzt. Gleichwohl probierte ich es tatsächlich mal und bezeuge: Es wirkt.

Gerade im Business gibt es aber andere, unauffälligere „Tricks“:

5 Dinge, die Sie tun können, um zurück zum BewusstSein des Augenblicks zu kommen

  • Bewusst (!) mit anderen Menschen in Augenkontakt gehen.
  • Seinen eigenen Körper, sein eigenes Verhalten beobachten.
  • Leise zu sich selbst sagen, was man gerade tut: “Ich bin gerade in diesem Telefonat und das Thema ist xyz“.
  • Das Abschweifen wahrnehmen, erkennen und benennen (Rumpelstilzchen-Effekt).
  • Und besonders: Lachen oder einen Witz machen.

Mein Special-Bonus-Tipp für 100 Prozent Bewusstsein:

  • Das Smartphone lautlos stellen und in der Hostentasche lassen!

Das Beherzigen dieser Kniffe entspannt die Lage. Die Wahrscheinlichkeit zu 100 Prozent bewusst Sein steigt definitiv. Und Trara! Sie nehmen sich bewusster wahr – im Hier und Jetzt.

Was tue ich, wenn Bewusstsein in der Esoterik-Schublade landet?

Wenn es arg esoterisch wird, verweise ich auf die Philosophie meines Lateinlehrers. Bewusstsein als Präsentsein – das schaffen alle gleichermaßen: Rationalist und Esoteriker.

Was soll ein Bewusstseinkongress beinhalten, damit ich Ihn besuche?

Ich liebe es pragmatisch, praktisch, erdverbunden. Das sollte drin vorkommen bei einem Kongress.

Neugierde mit vollem Bewusstsein

Über Bewusstsein zu bloggen, finde ich spannend. Viel interessanter sind aber die Beiträge anderer, die es dazu zu lesen gibt. Drum werf ich das Stöckchen mal weiter an

Und Hepp …!

UPDATE: Wow, jetzt fliegen aber die BewusstSeins-Stöckchen! Lesefutter zur Frage „Was ist BewusstSein und was nützt es“. Da hat der MiSha was angestoßen:

Gustavo Reich
Sabine Sternberg
Susanne C.Steiger
Frank Schoofs
Silke Schippmann
Bettina M. Kreissl Lonfat
Sandra Schink
Andreas Prokop
Dieter Schwarz
Johnny Nightshift
Christian Spließ
Christian Müller
Silke Loers
Susanne Hillmer
Susanne Steinicke
Werner Deck

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

9 Kommentare

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    • Mich leider nicht, lieber Michael. Es fliegen doch noch ’ne Menge anderer Stöckchen parallel. Ich bin mir aber sehr bewusst, dass Du ausführlich berichten wirst.

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