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Shutdown: XING schließt Themen zum 16.09. 3 Tipps dazu

XING-Themen-ShutdownBekanntermaßen begann ich meine noch frischen Blogger-Laufbahn in XING-Themen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Ausgerechnet in XING begann ich regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen, um gleich darauf von verschiedenen Seiten ermahnt zu werden, doch unter eigener Flagge zu bloggen. Darüber habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben.

Dennoch war ich bis jetzt ein Befürworter des Schreibens von Beiträgen in XING-Themen. Und zwar für Menschen, die eben grad nicht selbst ein Blog betreiben können oder wollen. Als „Bloggen für Bequeme“ hab ich es denen empfohlen, die für berufliche Zwecke oder zur Steigerung ihrer Online-Reputation fachliche oder sachliche Texte in einem seriösen Umfeld platzieren wollten.

XING beendet XING-Themen

Heute gibt XING bezeichnenderweise unter dem Titel „Mehr Zeit für neue Themen“ bekannt, dass die offiziell in der Beta-Phase befindlichen XING-Themen zum 16.09. endgültig eingestellt werden.

Ersatzlos.

Zukünftig werde XING von Usern „als positiv hervorgehobenen Funktionen des Bereichs“ in anderen Bereichen integrieren. Das lässt auf eine sinnvolle Überarbeitung und Erweiterung der bisherigen Gruppen schließen.

Zwischenzeitlich ist es ärgerlich für diejenigen, die in XING-Themen ernsthaft publiziert haben. Sorry von meiner Seite an die, die das auf meine Empfehlung hin taten.

Aber zugegebenermaßen: In XING-Themen wurde viel Schrott veröffentlich, kurze Werbebotschaften, direkter Spam. Man hatte allerdings auch nicht das Gefühl der Moderation oder Betreuung von Seiten XING.

Die Moral von der Geschichte: Im Social Web kann keiner seiner Daten sicher sein. Dienste werden von Seiten der Betreiber einfach einseitig „plattgemacht“ – mal überraschend, mal weniger. Prominentes Beispiel war zuletzt die Schließung des Blog-Dienstes Posterous.

Rettungsmaßnahmen für Ihre Themen

Wichtig erst einmal: Wenn Sie zu denen gehörten, die in XING-Themen ernsthaft fachliche Beiträge publiziert haben, dann müssen Sie schnell zu Sicherungsmaßnahmen greifen:

  1. Sichern Sie Ihre rettungswerten Beiträge aus XING Themen, indem Sie sie per Copy and Paste zuerst als Text auf Ihrem Rechner speichern. Eine Exportfunktion wird es leider nicht geben.
  2. Sichern Sie auch wertvolle Informationen aus den Kommentaren
  3. Kontakten Sie sich – wenn sinnvoll – mit den Kommentatoren, wo es bisher unterblieben ist.

Neuer Platz für Ihre Themen

Was tun Sie nun mit den Inhalten Ihrer Beiträge? Was tun Sie mit Themen, die Ihnen durch den Kopf gehen und die Sie ggf. auf XING-Themen veröffentlicht hätten.

  1. Veröffentlichen Sie diese in Ihrem Blog. Sofern Sie bisher kein Blog haben, wäre das ein guter Anlass über den Start eines solchen nachzudenken. Ggf. anfangs unter wordpress.com oder ähnlichem.
  2. Wenn Sie nicht selbst bloggen wollen, bietet sich die Möglichkeit, sich über die Chance auf Gastbeiträge in fachlich geeignetem und seriösem Umfeld zu erkundigen.
  3. Wenn auch das nicht für Sie passt: Schreiben Sie in Facebook unter Notizen (Beispiel) oder Beiträge in Google Plus. Nachteile: Das jeweilige Umfeld ist nicht so businesslike und wer weiß, wann Facebook oder Google die entsprechenden Funktionen abschaffen…

Die Moral von der Geschichte

Sicher sind die von Ihnen geschaffenen Inhalte im Internet nur dort, wo Ihnen der Webspace gehört. Also auf Ihrer eigenen Webseite. Was Kerstin Hoffmann sehr treffend für Unternehmen beschrieben hat „Sichern Sie Ihre digitalen Unternehmenswerte“, gilt im Prinzip genauso für Privatpersonen.

Also: Sichern Sie die wertvollen Inhalte, die Sie in allen sozialen Netzwerken veröffentlichen, regelmäßig!
Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

31 Kommentare

  1. Lieber Lars … ja ich bin auch fassungslos. Nicht wegen der Tatsache dass, habe es ja schon häufiger kommentiert, dass es so kommen musste, seit Herr Baier bei XING weg ist; nein.

    Fassungslos wegen der Art und Weise. Monate bevor ein neues Gruppenprodukt im Ansatz sichtbar wird, einfach alles zum Zeitpunkt der Verkündung deaktivieren ist mehr als fragwürdig.

    Antworten
    • Ich finde auch, MiSha, dass man das hätte besser kommunizieren können.

      Außerdem hätte ich eine bessere Exportfunktion erwartet.

      Nun ja, jetzt hab ich unerwartet neuen Content für ein paar Blogartikel.

      Antworten
  2. Thomas Rihm

    02/09/2013 @ 20:21

    Also meine Damen und Herren von Xing,

    was ich so aus meinem Netzwerk lese möchte ich nicht in Eurer Haut stecken…da war die Umstellung auf das neue Profil ja noch zu ertragen.

    Also eröffnet man dem „Kunden“ mal so nebenbei wir haben uns entschlossen…und dann noch welche Ironie zum Nutzen usw.

    Nun so kann man auch eine Gruppe (siehe Xing Community) beleben und man hat wieder ein Thema zum diskutieren (Punkt)

    Neue Gruppenbildung/Produkt seitens Xing…oder, mit anderen Worten: Der Massenmensch – die Gruppe! – ist im Gegensatz zum einzelnen Individuum unintelligent, führbar und triebgesteuert geworden. Das wiederum führt zur Ausübung von Gruppenzwang auf andere…

    Nachdenkliche Grüße

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    • Die Themen schließen und damit die Gruppen wieder in den Vordergrund stellen. Dieser Eindruck ist bei mir auch eingetreten.
      Allerdings bin ich auch tatsächlich gespannt auf die neue „Gruppenfunktion“, von der man ja nur gerüchteweise liest und hört.

      Schade fand ich nur mal wieder die suboptimale Kommunikation von XING zur Schließung der Themen.

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  3. Moin Lars, ich glaube dass XING mir schon lange nicht gut tut, weswegen ich auch weniger darüber berichte. Die Art und Weise wie kommunikativ mit Kunden umgegangen wird bewegt jedesmal mein Gemüt.

    Eigentlich fing meine Geschichte mit openBC im Jahr 2006 schon so an, nachdem ich 2005 meine erste Community im Handelsblatt.net eröffnet hatte, löste Hr. Hinrichs seine Lizenzverträge mit dem Handelsblatt, sodass das Netzwerk im Juli 2006 abgeschaltet wurde.

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  4. Pingback: XING-Themen - Bloggen für Bequeme? | Systematisch KaffeetrinkenSystematisch Kaffeetrinken

  5. Eine Möglichkeit zur Sicherung der Themenbeiträge ist vielleicht auch Storify. Damit kann man neben Blogbeiträgen z.B. auch Tweets „sammeln“. Mehr unter @Storify

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    • Ich hab das mal getestet. Interessante Idee, allerdings zitiert ja Storify nur den Ursprungstext. Und wenn der nun weg ist ab 16.09. würde dann doch auch die Story futsch sein, oder?!

      Antworten
      • Rita Seidel

        08/09/2013 @ 11:01

        ich traue nur der Hardcopy, auch wenn das viel Arbeit ist. Leider landen alle Kommentare unter den Posts dann Nirwana. XING hätte freundlicherweise eine Funktion anbieten sollen, dass man seine Abonnenten informieren kann. Die sind leider anonym und verschwinden ebenso wie die Kommentare, ohne dass man die Wirkung der XING-Themen weitertragen kann. Für mich waren sie ein wirksames Tool

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        • Ich find’s auch sehr schade, dass die Kommentare futsch sind. Die dokumentieren doch ein gutes Meinungsbild, wie zuletzt die Diskussion zum neuen Profil.

          Die würde ich gerne archivieren. Aber dann geht’s wirklich nur mit hardcopy. Schade.

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          • Rita Seidel

            08/09/2013 @ 11:12

            apropos Hardcopy: Leider verschwinden dann die Bezüge zu den Kommentatoren – oder gibt es eine Möglichkeit, die zu retten???

          • Ich sag ja: Printscreen. Old School, dank XING.
            Unbefriedigend.
            Allerdings vermute ich, dass XING was vorhat mit den Copy and Paste-Daten. Möglicherweise gibt’s ja eine Integration von Themen in Gruppen. Das wär ja mal was. Plus die Einbindung meiner Gruppenbeiträge in mein Profil…
            Man darf ja mal träumen. 😉

          • Susanne Plaumann

            08/09/2013 @ 20:23

            Evernote (http://www.evernote.com) archiviert auf Wunsch Artikel, Ausschnitte oder ganze Seiten – also auch Artikel inkl. Kommentare. Abgelegt werden die Inhalte dann als „Screenshot“, können getaggt und durchsucht werden. Ist für mich inzwischen unverzichtbar geworden, insbes. seit Google Reader nicht mehr existiert.

          • Danke Susanne! Also doch Evernote?! Wollte ich immer umschiffen. Aber unter dieser Bedingung muss ich es mir wohl schnell genauer anschauen. Bevor XING die Themen abschaltet.

          • Susanne Plaumann

            08/09/2013 @ 20:40

            Hallo Lars! Evernote wird gerade zu meiner zentralen Informationsdatenbank – bin vor kurzem sogar auf die Premium-Version umgestiegen. Setze es in allen Browsern, auch auf dem iPad, ein. Seitdem es auch PDF-Dateien abspeichern kann, ist es sogar noch interessanter. Alle Social Media Studien sammle ich jetzt zentral darin. Viel Erfolg damit!

          • Danke. Browser war das Stichwort. Ist also auf allen Plattformen einsetzbar? Hätte es bisher mehr in der Apple-Welt verortet.

          • Susanne Plaumann

            08/09/2013 @ 20:50

            Hallo Lars! Ja, Evernote ist auch in der Windows-Welt einsetzbar. Es gibt einen „Web Clipper“, mit dem Du die Inhalte von Webseiten oder PDF-Dateien abspeichern kannst. Zugriff auf die Datenbank hast Du entweder via Browser/Web oder über den Client, den Du Dir herunterladen kannst. Nutze eine Mischung von beidem, je nachdem, wie ich gerade unterwegs bin. Habe den Client unter Win7 und Win8 laufen, ebenso als App auf iPhone und iPad. Synchronisierung kannst Du auf WLAN-Verbindung beschränken. Nutze die App auf dem iPad inzwischen als Notizblock auf Terminen und Veranstaltungen – Text-, Bild- und Video-Input in den Notizen möglich. Mir macht’s Spaß, damit zu arbeiten, und meine Notizen habe ich jetzt zentral an einem Platz.

  6. Michael Stein

    08/09/2013 @ 14:54

    Der Begriff „Owned Media“ rückt durch solche Entwicklungen (zuletzt Tumblr / Yahoo) ins Bewusstsein, und er muss enger gefasst werden, denn je. Unternehmen können sich nicht leisten, ihren Social Media-Aufwand der Willkür anderer Unternehmen zu überlassen. Das eigene Firmen-Blog sollte meiner Meinung nach im Zentrum alller Social Media-Aktivitäten stehen.

    Antworten
    • Eigener Webspace ist sicher der beste Weg, die Falle von lahmgelegten Social Media Plattformen oder – wie hier: Teilen davon – aus dem Weg zu gehen. Die Webseite oder das Blog im Zentrum, das gilt meines Erachtens nicht nur für Firmen, sondern auch für Personen, die sich positionieren wollen.

      Antworten
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