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XING macht Karriereberatung: FutureMe

XING und der Traumjob FutureMe

Traumjob Geschäftsführer?
XING-FutureMe gibt Rat.

Update 02.07.2014:

Der Prototyp Futureme hat einige animiert, über XINGs Ansatz zur Karriereberatung zu berichten. Eine Sammlung von Beiträgen gibt’s am Ende dieses Beitrags.

Originalbeitrag:

XING macht also jetzt unseren Berufsstand überflüssig?!

Brauchen wir nun keine Karriereexperten und Berufsberater mehr?

Zumindest schlägt XING mit seinem neuen Ableger „FutureMe“ stark in Sachen „Karrierepfade“ auf!

„Mit FutureMe werden Informationen des XING-Netzwerks auf eine Weise für XING-Mitglieder aufbereitet, dass sie sich ausgehend von ihrer individuellen beruflichen Situation orientieren und inspirieren lassen können. XING hilft Nutzern dabei, neue Perspektiven und mögliche Karrierepfade zu entdecken. Zudem erhalten sie individuell zugeschnittene Informationen und Hilfestellungen, wie sie den nächsten angestrebten Karriereschritt erreichen können“ so XING. Der als „XING-Experte Nr. 1“ bekannte Joachim Rumohr beschreibt in seinem Blog, wie XING zum Projekt FutureMe kam und was Sie damit erreichen möchten.

Was ist FutureMe?

Wer sich bei FutureMe einloggt, erhält passende Infos und Nutzer-Profile zu seinen beruflichen Interessen grafisch nett aufbereitet. Zu finden sind unter anderem Daten wie Gehaltsmöglichkeiten, Arbeitsorte, Tätigkeiten und Keywords des jeweiligen Berufsbildes.

Wie man FutureMe nutzt, zeigt ein Tutorial von XING bei Youtube:

FutureMe – Karriereberatung von XING angetestet

Ich hab mal reingeschnuppert. Grafisch toll aufbereitet – ganz im aktuellen XING-Design – kommt FutureMe daher. Über einen Suchschlitz kann man Berufe suchen. XING gibt als Karriereberater sogar Vorschläge. Mir sogar den „Fahrlehrer“, den es laut XING übrigens nur in einigen deutschen Großstädten gibt, besonders in Hamburg.

Und siehe da: Es gibt sogar den „Laufbahnberater“ und den „Bildungsmanager“. Hurra!

Was dann so aussieht:

XING macht Karriereberatung: FutureMe Bildungsmanager

Erster Eindruck: Durchaus aussagekräftige, informative Daten, inspirierende Keywords. Besonders interessant: Man sieht reale Menschen, kann konkrete Profile zum Keyword aufrufen. Wer übt bereits den gesuchten Beruf aus? So kriegt man ein Gefühl, ob das Berufsbild zu einem passt oder nicht.

Spannend ist auch: Sie können mehrere Berufsbilder abonnieren und erhalten neben Grundinformationen und ausgewählten Nutzerprofilen auch passende Informationen als Neugigkeiten gezeigt: Artikel, Veranstaltungen, Videos, Seminare zum jeweiligen Berufsbild. Schon auf den ersten Blick sind inspirative Infos dabei.

Drei Haare in der Suppe bei XING-FutureMe

Natürlich gibt es immer Schwachstellen bei neuen Ideen oder gar Prototypen, wie XING das neue Projekt ganz offen nennt. Drei davon liegen bei FutureMe auf der Hand:

  1. Daten sind nur so plausibel und transparent, wie sie gepflegt werden. Die oftmals sehr wohlwollenden Angaben in den XING-Profilen könnten so eine verzerrte Realität zeigen. Und entsprechend gibt es auch schwammige bis schwache Darstellungen bei bestimmten Berufen, wie auch schon erste Diskussionen in der XING-Community zeigen.
  2. FutureMe kann nur mit bestehendem XING-Konto genutzt werden. Karriereberatung exklusiv also. Wer es nutzen möchte, muss ein Profil haben oder anlegen. Aber das ist verständlicherweise bestimmt gewollt.
  3. Karriereberatung funktioniert erst richtig, wenn mit dem Gegenüber individuelle Ziele, Bedürfnisse, Bedarfe und Wünsche erarbeitet werden. Das kann ein Portal wie FutureMe nicht leisten. Sag ich. Einfach. So.

Zielgruppe von FutureMe: Karriereinteressierte und Trendschnüffler

Die Plattform ist für mich eine weitere Bestätigung, dass XING sich mehr und mehr auf die Themen Neue Arbeitswelt, Karriere und Recruiting konzentriert. FutureMe richtet sich wohl zuerst an Menschen, die an ihrer beruflichen Entwicklung basteln möchten. Und mal ehrlich: Das wollen verdammt viele.

Als Info-Plattform könnte sie sich aber auch für die Gilde der Berufsforscher, Trendschnüffler und Karriereexperten eignen: Wo sind berufliche Trends? Wie sehen Berufe tatsächlich aus? Welche Menschen könnte ich zum Systematisch Kaffeetrinken einladen, um mich mal über ihren beruflichen Alltag zu unterhalten…

Hej, klasse! Das könnte ja eine Steilvorlage von XING für dieses Blog sein…

Fazit: FutureMe als Karriere-Informationsplattform

Die Plattform ist ein netter Versuch von XING, die Berufswelt transparenter zu machen. Die individuelle Zuordnung von Menschen zu Berufsprofilen macht den Ansatz so sympathisch. Kann doch jeder sehen, was für Akteure hinter vollmundigen Berufsbezeichnungen stehen und was sie tun. Und ich könnte einfach diese Berufstätigen kontaktieren und mit ihnen Systematisch Kaffeetrinken gehen.

Wird FutureMe also die Gilde der Berufsspezialisten und Karriereberater arbeitslos machen?

Ich glaube: Das Gegenteil ist der Fall.

Was meinen Sie?

Beiträge und Stimmen im Web zu FutureMe

Mittlerweile gibt es diverse Beiträge zur Karriere-Plattform von XING im Web. Hier eine Auswahl:

P.S. Gespannt darf man sein, ob XING in die neue Plattform richtig reinbuttert oder ob sie genauso sang- und klanglos wieder verschwinden wird wie XING-Themen. Ist ja schließlich noch Beta-Labs.

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘ und Social Media Enthusiast. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der „LVQ Weiterbildung gGmbH“ beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

13 Kommentare

  1. Danke für Deinen Test Lars, zu dem ich zwei-drei Dinge bemerken will:

    1. „XING konzentriert sich mehr und mehr auf die Themen Neue Arbeitswelt, Karriere und Recruiting“

    … und läuft damit in eine Sackgasse, da Sales & Marketing darin keinen Raum mehr haben. Ich persönlich spüre diese HR-Sackgasse verstärkt auch in Kundengesprächen.

    2. „Wird FutureMe also die Gilde der Berufsspezialisten und Karriereberater arbeitslos machen“

    … Bin bei Dir und vom Gegenteil überzeugt. XING wird wieder ein Stück beratungsintensiver.

    Schönes Wochenende aus Wien
    Dein MiSha

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    • Ich weiß gar nicht, MiSha, ob das so eine Sackgasse ist, wenn sich XING auf die HR-Themen konzentriert. Aber ich stimme Dir zu: Man sollte gleichzeitig die Sales-Menschen nicht verprellen. Das ginge meines Erachtenes über eine klarere Kommunikation, was man als XING eigentlich will.

      FutureMe reißt in der Tat das Thema nur an. Gut für uns Berater! 😉

      Und ansonsten auch ein schönes Wochenende vom Rhein an die Donau
      wünsch ich Dir!

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  2. Mir gefällt`s!
    In der Tat sehe ich hier eine sehr praktische Informationsquelle zur „Bewerbermarkt-Beobachtung“.
    Ist man selbst auf Jobsuche, kann man hier bestimmte Berufsbezeichnungen einfach mal „durchlaufen“ lassen.
    Welchen Ausbildungshintergrund haben die Personen, die bereits in diesem Job arbeiten, was kann man durchschnittlich verdienen etc.
    Die meisten Fachkräfte für Arbeitssichereit sind demnach in Hamburg beschäftig, 18% aller Qualitätsmanager arbeiten in der Automotive Branche und der/die typische Social Media Manager auf XING ist zwischen 30 und 35 Jahre alt.
    …und in den Neuigkeiten habe ich was gefunden, was ich jetzt direkt mal empfehlen werde: Arbeitssicherheits-Experte: Typische Qualifikationen von Neulingen
    Viele Grüße, Anja Külkens

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  3. Sehr anwendungsbezogener Test von FutureMe, Anja!
    Im Ernst: Mich wunderte auch, wie gerade die sachlicheren Berufe doch sehr informativ präsentiert werden.
    Im Gegensatz zum drögen berufenet der Arbeitsagentur auch noch unterhaltsam und mit Menschen und Gesichtern.

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  4. Pingback: Karriereplanung mit FutureMe von Xing - die beckerin

  5. Pingback: Einsatz von Big Data zur beruflichen Laufbahnorientierung: XING startet FutureMe | Recrutainment Blog

  6. Kompliment, Herr Hahn, was Sie für tolle Ergebnisse beim Karriereberater herausgeholt haben! Bei mir kommt lediglich “Berufsberater” und “Arbeitsvermittler”. Vielleicht weil ich eine Frau bin und KarriereberaterIN eingegeben habe (das wurde mir von der Software so vorgeschlagen)? Oder sind die Ergebnisse personalisiert?

    Zum “Berufsberater” präsentiert mir XING die folgende Information:

    „Der/die typische Berufsberater auf XING ist zwischen 40 und 45 Jahre alt, arbeitet in der Civil Service-Branche und hat ein Jahresgehalt von etwa 51.500 EUR. Er/sie lebt in Hamburg, hat Psychologie, Sozialarbeit oder Wirtschaftswissenschaft studiert und beschreibt seine/ihre Qualifikationen mit Berufsberatung, Karriereberatung und Berufsorientierung.“

    Das hilft mir jetzt nicht wirklich weiter und hat, so scheint mir, mit meiner tatsächlichen Berufstätigkeit nicht viel zu tun.

    Meinen nächsten Versuch startete ich mit dem Beruf “Autor”. Auch das war so bei FutureMe nicht vorhanden, statt dessen wurde mir “Texter” vorgeschlagen. Die Informationen, die ich zu diesem Thema erhalte, finde ich ebenfalls nicht zielführend. Die Meldungen sind hauptsächlich relevant für Mitarbeiter von Mitarbeiter von Werbeagenturen, durchsetzt mit scheinbar willkürlich gewählten Inhalten (Angebot eines Arabisch-Kurses oder ein Video mit dem Titel “Cannabis Forgetting and the Botany of Desire”).

    Naja. Mich überzeugt das nicht.

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  7. P. S. Dass ausgerechnet in dem kleinen Bundesland Hamburg nicht nur die meisten Fahrlehrer, sondern auch die meisten Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die meisten Berufsberater arbeiten, gibt mir ein wenig zu denken. Mein Grundsatz: Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe. 😉

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    • XING gibt ja nur das raus, was reingegeben wurde. 😉
      Ich glaube tatsächlich, dass die Daten noch „etwas unscharf“ sind. Da darf XING sicherlich nachbessern.
      Hamburg hat allerdings tatsächlich viele Fahrlehrer, das ist bekannt. Es wird ja hier städteweise gecheckt. Und FASI könnten in Hamburg wegen des Hafes auch überproportional viele sein.

      Allerdings: Hamburg scheint mir bei FutureMe generell überproportional vertreten zu sein. Das liegt bestimmt daran, dass dort besonders viele XING-User sind. XING kommt schließlich aus Hamburg.

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  8. Pingback: Karriereplanung mit XINGs FutureMe – Meinungen? | Online-Recruiting.net

  9. Pingback: Karriereentwicklung › LVQ. Karriere-Blog

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