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Stopp die Kritikbömbchen! 5 Wege, den inneren Kritikprofi zu besänftigen

Kritik ohne Zynismus Kritikprofis

… Kritik ohne Kritikbömbchen: No Spitting!

Ich bin Kritikprofi!

Genauer: Ich habe immer einen Kritikprofi bei mir.

Und über den werden Sie in diesem Beitrag lesen.

Nicht so wie Sie jetzt vielleicht denken: Dass Lars Hahn als Bildungsmanager, Karriereberater und Chef ganz ordentlich mit Kritik von Kunden, Mitarbeitern und anderen geschäftlichen Zeitgenossen umgehen kann.

Kann ich.

Meistens.

Aber das meine ich diesmal nicht, wenn ich davon schreibe, dass ich Kritikprofi bin.

Ich werde Ihnen hier auch keine Tipps geben, wie Sie mit der Kritik anderer Leute im Netz und offline professionell umgehen können. Denn dafür wurde in letzter Zeit auch schon viel Lesenswertes im Rahmen der Blogparade #Kritikprofis von PR-Doktor Kerstin Hoffmann geschrieben. Stöbern Sie also für den professionellen Umgang mit Kritik anderer in den Beiträgen dort.

Aber Halt!

Bleiben Sie hier!

Denn ich werde über den mehr oder weniger professionellen Umgang mit einem der hartnäckigsten Kritiker überhaupt schreiben. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Lars Hahn. Ich schreibe jetzt über den Kritikprofi in mir. Da kenne ich mich nämlich aus.

Damit das klar gleich ist: Gerade in professionellen Situationen gebe ich häufig Feedbacks, gewissermaßen berufsmäßig. Konstruktiv meistens. Mit Verbesserungsvorschlägen und idealerweise wertschätzend. Kann ich.

In diesem Beitrag geht es eher um die aus der Hüfte geschossene, vorschnelle, unreflektierte Kritik. Bisweilen emotional, zynisch, ungerecht. Zack! Kann ich leider auch. Manchmal.

Also los:

Der Kritikprofi in mir

Sie kennen das? Das Gespräch hat noch gar nicht begonnen, ein neuer Kunde, Geschäftspartner, Mitarbeiter sitzt Ihnen gegenüber und schon geht es innen drin los:

  • „Der könnte mich aber ruhig mal anschauen. Ist wohl schüchtern…“
  • „Stürmt hier einfach so in mein Büro?! Könnte ja wenigstens mal die Lage checken, der Mann…“
  • „Lässt die mich doch glatt nicht zu Wort kommen?! Mich?“
  • „Lederjacke und Motorradstiefel. Ein bischen rustikal die Dame, wie?“
  • „Ordentlich hinsetzen könnte der sich jetzt aber schon, oder?“

Willkommen beim stärksten Kritiker in meinem Umfeld, dem Kritikprofi in Lars Hahn.

  • Bewerten, Kategorisieren, Abstempeln, Schubladisieren, Kritisieren.
  • Voreilig, schnell, ungeduldig, stur und unfair.
  • Haken dran. Fertig!

Kann ich.

Unflektiert kann das übel ausgehen. Dann dringt es durchaus auch nach außen. Schnellschießen, Irritieren, Verletzen.

Der Kritikprofi in der Online-Welt

Gerade in der digitalen Kommunikationswelt mit Social Web und virtuellen Gesprächspartnern ist die Sache gleich noch viel komplexer. Da schreibt einer was, das dem Kritikprofi in mir nicht gefällt und der ist geneigt, mit Giftspritze verbal draufzuhauen. Am besten gleich noch entfreunden, einen Blogartikel zum Thema schreiben.

Kennen Sie?! Nicht?!

Dieses Zeitalter des Social Web hat das Zeug als Epoche des Zynismus und verbalen Schnellschusses in die Geschichtsbücher einzugehen. Jeder kann heute in Echtzeit überall alles kommentieren, seine Kritik ablassen und Gift und Galle spritzen.

Also ich finde das nicht toll. Den Kommentarspalten in den Online-Magazinen geh ich daher in der Regel aus dem Weg. Bei Facebook meide ich Kommentarfeeds zu heiklen Themen.

Und doch juckt es den Kritikprofi in mir bisweilen mit hineinzuspucken in die Hexensuppe der digitalen Gifterei.

Dialog mit dem inneren Kritiker

Kritik von innen? Was nun? Wie gehe ich denn mit meinem inneren Kritiker um?

Eigentlich genauso, wie es #Kritikprofis auch bei Kritik von außen empfehlen.

  • Den Kritiker mit Geduld beobachten. Innehalten und durchatmen.
  • In den Dialog gehen. Ein Selbstgespräch wirkt bisweilen Wunder.
  • Wenn er trollt: Ihm das Wasser frühzeitig abgraben. Kein Öl ins Feuer gießen.

Tatsächlich hilft ein Frühwarnsystem. Sobald der innere Kritiker sich meldet, wird interveniert und die Kritik als Schnellschuss entlarvt. STOP!

Kritikbömbchen und deren Folgen

Besonders bei stärkeren emotionalen Befangenheiten ist das wichtig und hilfreich.

Wieso?

Das merken Sie spätestens, wenn Sie im Affekt jemanden etwas Verletzendes zuraunen, das Ihnen nachher leid tut.

Peinlich ist es gar, wenn Sie im Affekt irgendeinen suspekten Kommentar bei Facebook, Twitter oder sonstwo im Social Web raushauen. Weiß ich. Leidvoll.

Im Zeitalter des Trollens und Rumzynisierens mag das zwar anderen gar nicht auffallen. Aber vielleicht fühlen Sie selbst sich schlecht, nachdem Ihr Kritikbömbchen erstmal raus ist?!

„Ach hätte ich doch mal nachgedacht…“

Der Kritikprofi in mir kann das bestätigen und hütet sich vor unreflektierter Kritik im Affekt.

Mittlerweile ist der Kritikprofi in mir selten aktiv. Und wenn er denn loslegen möchte, kenne ich einige Methoden, ihn ins Leere laufen zu lassen. Das hilft.

Denn tatsächlich habe ich im Laufe so mancher Jahre viel Berufs- und Lebenserfahrung gesammelt, professionelle Kommunikationstools trainiert, von diversen Lehrern viel über Wertschätzung, Achtsamkeit und Gelassenheit gelernt. Aus diesen Erfahrungen stammen meine Top Five der Wege, den inneren Kritikprofi zu besänftigen:

5 Wege, den inneren Kritikprofi zu besänftigen

  1. Praktiziere die 3 G’s! Geduld, Gelassenheit und Gleichmut. Kritik wird erst dann geäußert, wenn die situative giftige Emotion verraucht ist. Mit eingekehrter Gelassenheit und Bewusstheit lässt sich Feedback besser rüberbringen. Dafür lohnt sich ein wenig Geduld im Affekt.
  2. Laufe in den Mokassins des anderen. Versetzen Sie sich in die Perspektive des Zielobjektes Ihres Kritikprofis. Unterstellen Sie dem Gegenüber erst einmal Engagement und guten Willen. Spätestens wenn Sie die Sache durch die Brille des anderen sehen, versiegt oft das Gift der Kritik.
  3. Geh Kaffeetrinken, Dude! Reden Sie mit Menschen Ihres Vertrauens über das, was den inneren Kritikprofi beschäftigt. Bisweilen verpufft des Kritikprofis Energie beim Erzählen.
  4. Finde etwas Positives! Was darf ich in dieser uncoolen Situation gerade lernen? Nicht „Warum ich?“ sondern „Warum ich nicht?“.
  5. Schreib’s auf und leg’s zur Seite! Bei Kommentaren und Beiträgen im Netz, die dem innneren Kritikprofi auf der virtuellen Zunge liegen: Schreiben Sie’s auf und legen Sie’s beiseite. In meiner Dropbox stapeln sich nie Entwürfe nie veröffentlichter Blogbeiträge, die der innere Kritikprofi gerne rausgehauen hätte. Glücklicherweise.

P.S. Übrigens habe ich aus manchen Beiträgen der besagten Blogparade #Kritikprofis einiges lernen können. Exemplarisch nenne ich drei, die ich besonders lesenswert finde:

Wer sich beeilt, kann noch bis zum 20.01. bei der Blogparade #Kritikprofis von Kerstin Hoffmann mitmachen. Wie die Blogparade funktioniert und was man vom Mitmachen hat, beschreibt sie in ihrem Aufruf.

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘ und Social Media Enthusiast. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der „LVQ Weiterbildung gGmbH“ beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

1 Kommentar

  1. Pingback: Was #Kritikprofis zum Umgang mit Querulanten, Trollen und echten Kritikern raten … - PR-Doktor

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