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Digitale Bildung? Finger weg: Nix für Erwachsene!

Digitale Immigranten bildungviernull

… Digitale Bildung. Nix für Erwachsene?

Digitale Bildung: Das Thema ist was für Schüler und Lehrer, aber nix für Erwachsene.

Könnte man fast meinen.

Wenn man den Kongress des Landes NRW #bildungviernull besucht hat. Oder auch sonst.

Dabei befindet sich der durchschnittliche Mensch die längste Zeit seines Lebens nicht im klassischen Ausbildungalter:

  • 3 Jahre Kindergarten, 12 Jahre Schule, 5 Jahre Hochschule oder 3 Jahre Berufsausbildung macht summasummarum 20 Jahre Institutionalisiertes Lernen

Und danach?

  • 40 Jahre Berufsleben (mit oder gerne auch) ohne Weiterbildung plus 20 Jahre letzter Lebensabschnitt, das macht 60 Jahre, in denen Bildung und Lernen sporadisch, dem Einzelnen überlassen stattfindet.
  • 20:60

Überdies ist letztere die Zeitspanne, innerhalb derer sich momentan alle digitalen Immigranten bewegen. Also diejenigen, die nicht mit dem Web und dem Smartphone groß wurden. Die autodidaktisch in dieses Netz gelangten, digitale Kommunikation sich mühsam aneignen müssen und bisweilen damit fremdeln oder gar komplett offline sind. Die Mehrzahl von Menschen also, die sich nicht in den Filterblasen von CeBIT, t3n, Hackatons oder Barcamps bewegen.

Digitale Bildung? Systematisch? Für die Gruppe der Erwachsenen von 20 bis 85?

Eher Fehlanzeige!

Bildungskongress „Lernen im digitalen Wandel“ #bildungviernull

Vorneweg: Das Land NRW gibt Gas in Sachen Digitaler Bildung. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war mit ihrem halben Kabinett ganztägig vor Ort, als einige Hundert Akteure aus Bildung, Wirtschaft und Politik über das Thema „Digitales Lernen“ konferierten. Der Kongress ist Teil eines Prozesses des Landes in Sachen NRW 4.0, an dessen Ende ein Leitbild für die Bildungspolitik unter Beteiligung aller Akteure im Land steht.

Drei frohe Botschaften vom Kongress in Sachen Digitaler Bildung:

  1. Die Konferenz hatte freies Wifi, es wurde eifrieg unter dem Hashtag #bildungviernull getwittert und die Twitteria ins Geschehen einbezogen, wenn auch eine Tweetwall fehlte. Mit @tastenspieler und @silvialoehrmann twitterten sogar zwei vom Podium. Bereits während der Veranstaltung gab es ein Live-Storify, das als Ergebnis eine nette Zusammenfassung der digitalen Begleitgeräusche des Kongresse gibt.
    Digitales war also im Raum. Ein guter Fortschritt für NRW, im Vergleich zur Konferenz in Sachen digitaler Arbeit des Landes NRW, die ich vor einiger Zeit besuchte. Da galt nämlich noch Handy-Verbot.
  2. Es tut sich was in den Schulen. Der Medienpass NRW wird in den Klassen 1-10 eingeführt. Kinder (und Lehrer) lernen Digitalisierung didaktisch gut aufbereitet mit vielen Materialien in den Unterricht zu integrieren. Digitale Medien werden als Bereicherung und Werkzeuge zur Kommunikation und Recherche genutzt, obschon nicht unkritisch. Kinder werden zu mündigen Bürgern von Digitalien gebildet. Lehrer dürfen sich von alten Paradigmen verabschieden.
  3. Die Themen „Weiterbildung“ und „Wirtschaft und Bildung“ waren immerhin, neben Schule, Elementarbildung und Hochschule auch auf dem Kongress vertreten, gefühlt allerdings eher am Katzentisch.

Mein Eindruck: NRW ist in Sachen „Digitalisierung und Schule“ auf einem guten Weg (es könnte nur noch schneller gehen, mehr Geld geben usw.) Und klargestellt: Die digitale Schulbildung ist wichtig und begrüßenswert! Das Signal des Kongresses ist besonders wichtig in einem Land, in dem kürzlich just ein Waldorflehrer davor warnte, Kinder überhaupt ins Netz zu lassen.

Digitale Bildung für Digitale Immigranten tut not

Aber dennoch fehlt noch etwas im Land NRW und drüber hinaus in Deutschland. Denn:

Wer bildet eigentlich die digitalen Immigranten digital?

Na klar: Lehrer müssen fortgebildet werden, damit sie Schüler in Sachen Digitalisierung fit machen können, sagte die Ministerpräsidentin.

Lehrer. Und die übrigen Erwachsenen? Allein in NRW schließlich über 13 Millionen Menschen? Abseits von Digitalien wird heute aktuell viel diskutiert, wie Immigranten in die deutsche Gesellschaft integriert werden können. Übertragen auf Digitalien stellt sich die Frage:

Wie sorgt eigentlich die Gesellschaft dafür, Digitale Immigranten endlich ins digitale Zeitalter zu integrieren? Gar die Digitalen Analphabeten? Oder: Wie erreichen wir eine umfassende digitale Medienbildung für Erwachsene?

Deutschland hat da nachzuholen, Digitales Entwicklungsland Deutschland:

Der jährlich erscheinende D-21-Digital-Index (früher bezeichnenderweise (N)Onlineratlas) hat 2015 zu tage geführt, dass 64 Prozent der Bevölkerung als „Digital wenig erreicht“ bezeichnet werden könnten. Die meiden das Digitale und gucken weiter fern und lesen Zeitung.

Bei der Nutzung des Social Web sind die Deutschen im weltweiten Vergleich stets abgeschlagen – spannender Weise nur hier besonders die besser gebildeten Kreise.

Infografik: Höhere Bildungsschichten dominieren Social Web - außer in Deutschland | Statista

… Digitale Bildung? In Deutschland sind die höher Gebildeten wenig im Web unterwegs.

Spannende Kombination in Deutschland: Digital Kompetenz – weit abgeschlagen, und das bei bildungsfähigen und bildungswilligen.

Da liegt doch systematische, breitenwirksame und organisierte Digitale Bildung für Erwachsene nahe?

Digitale Bildung für Digitale Immigranten? Fehlanzeige!

Beim besagten Kongress #bildungviernull kam systematische Digitale Bildung jenseits der Kindergärten, Schule und Hochschule indessen nur wenig vor. Zwar gab es mit einem Unternehmer und einer Gewerkschafterin innerhalb eines sechsköpfigen Podiums zwei Vertreter der Arbeitswelt, die dann auch die Wichtigkeit der Vernetzung von Arbeit, Leben und Bildung betonten. Zwar gab es mit dem furiosen Klemens Skibicki einen Professor, der witzig, informativ und lehrreich für die Offenheit gegenüber der Digitalisierung plädierte.

Ansonsten viel: Schule, Schule, Schule, Schule.

Von fünf Workshop-Foren ließen zwei per Namen auf die Digitale Bildung der Digitalen Immigranten schließen:

  • „Schule und Weiterbildung“ befasste sich allerdings eher mit multimedialer Biologie und nachhaltiger Schulentwicklung. Digitales für Erwachsene? Eher wenig.
  • „Fachkräfteausbildung im Digitalen Wandel“ befasste sich mit Aus- und Weiterbildung im beruflichen Kontext. Es wurde die Notwendigkeit der „Verankerung der vierten Kulturtechnik“ konstatiert. Wie wir die „Digital nicht Erreichten“ konkret und systematisch erreichen und mitnehmen können: Eher Fehlanzeige.

Was Hänschen digital nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?

Das wäre bedauerlich, denn gerade in der Erwachsenen- und Weiterbildung – ganz gleich ob berufliche oder sonstwie – wäre die Chance, unser Land endlich digital zu „alphabetisieren“.

Digitale Bildung für Digitale Immigrante: Medienpass für alle!

Für Schüler bietet das Land NRW den ambitionierten Medienpass, der durch alle Schulfächer und alle Klassen bis Klasse 10 geht. Für die Lehrer gibt es natürlich umfangreiche Ressourcen zur Begleitung und Fortbildung inklusive umfangreicher (Online-)Materialien.

Und für den Rest?

  • Wie wäre es mit einem Medienpass NRW für Erwachsene?
  • Wie wäre es mit einem Digital-Scheck NRW, analog zum Bildungsscheck NRW, mit dem das Land ausdrücklich digitale Weiterbildung fördert?
  • Wie wäre es mit Digitalen „Führerscheinen“ für Berufstätige in den Betrieben, ähnlich wie in den 80ern bei Textverarbeitung und Excel (über ständige Weiterbildung in vielen gesetzlich geregelten Bereichen wird sonst soviel Bohei gemacht)?
  • Wie wäre es mit Digitaler medialer Erwachsenenbildung, dort wo die Digital nicht Erreichten sich aufhalten? Im Fernsehen und in der Zeitung – Bildungsfernsehen 4.0?
  • Wie wäre es, wenn wir uns alle freiwillig regelmäßig einem digitalen Checkup unterbreiten. Es muss ja nicht gleich snapchat sein…

Ich habe ad hoc gegoogelt, wo die großen positiven Beispiele von systematischer, breitenwirksamer Digitaler Bildung für Erwachsene sind. Ich hab sie (noch) nicht gefunden – übrigens bisher auch nicht im Kontext der gerade stattfindenden CeBIT, auf der sich ja die Protagonisten der Digitalisierungsdiskussion alle treffen: Politik, Wirtschaft und digitale Akteure. Viel 4.0-Buzzwords, viele

Vielleicht ja Sie?

Kennen Sie gute Beispiele von Digitaler Bildung von digital immigrants?

Schreiben Sie sie mir in die Kommentare.

P.S. In der Weiterbildung zum Social Media Manager IHK, die wir auch in der LVQ anbieten, gibt es eine gute Einführung in das Thema Social Media und Digitalisierung. Viele Marketingmenschen, die sie besuchen, bestätigen, dass sie sich danach fitter für die Digitalen Themen fühlen. Besuchenswert. Aber es können ja nun auch nicht alle Erwachsenen Social Media Manager werden, oder?!

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

 

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst CEO @LVQ_Bildung. Bloggt über Recruiting, Karriere, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, SocialMedia und vieles.

15 Kommentare

  1. Pingback: Silvernerd | Kann Man Mit Ü50 Noch Digital Native Werden? Ja!

  2. Wirklich? Ein Medienpass bzw. ein Digital-Führerschein für Erwachsene? Ich finde das Konzept bereits in der Schule schwer durchsetzbar. Bei einem Auto-Führerschein ist ja klar, was man lernen muss, aber so ein Medienpass müsste bezüglich der Inhalte ständig überarbeitet werden. Und was soll man darin beibringen? Wie Facebook, Twitter und Google funktionieren? In der Schule ist das Konzept des Medienpasses noch akzeptabel, da es für die Kleinen ein netter Gag ist, so einen Medienpass zu haben, aber was soll ein Erwachsener damit?

    Prinzipiell finde ich die Förderung der digitalen Erwachsenenbildung aber super. Interessant, dass Sie auch das Fernsehen ansprechen. Hier könnte man wirklich einmal eine Art „Digitale Bildungswoche“ ausrichten. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind hier aufgrund ihres Bildungsauftrags wirklich in der Pflicht, sich verstärkt mit der Digitalisierung zu beschäftigen.

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    • Sie haben natürlich recht, das Medienpass-Konzept der Schule ist bestimmt nicht 1:1 übertragbar. Vielleicht sollte man sich wirklich eher an Ersthelfer-Ausbildungen und Fahrsicherheitstrainings orientieren. 😉
      Das kennen die Leute, mögen sie zuerst auch nicht und tun es dann mit Freude.
      „Digitales Fahrsicherheitstraining“ sozusagen. Und das regelmäßig.
      Themen könnten sein: Wie werden Informationen im Web verbreitet, wie pflege ich Accounts, rechtliche Themen, IT-Security, Kommunikation im Web.
      Mir fällt da schon recht viel ein.

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  3. Pingback: Digitales Entwicklungsland Deutschland | XING Spielraum

  4. Ich habe diesen Beitrag mit Gewinn gelesen. Besonders das PS kann ich so unterschreiben. Ich bin zwar in der Schweiz daheim, aber wie man der Grafik betreffend Teilnahme am Social Web entnehmen kann, ist die Situation hierzulande nicht viel anders wie in Deutschland. Ich bin, was Social Media anbelangt, hier auf vergleichbarer Stufe wie Sie tätig und unterrichte Berufsleute aus den Bereichen Marketing und PR im Rahmen von weiterführenden Lehrgängen. Auch diese sind jeweils begeistert von den Einführungsveranstaltungen zu Social Media. Es fehlt auch hier an vergleichbaren Formaten privater Bildungsinstitutionen oder auch an den VHS.

    Allerdings sehe ich die Idee eines „Digital-Führerscheins“ auch kritisch. Ausserhalb der Schulen laufen die ECDL-Kurse hier schlecht und werden kaum angenommen. Leider ist es wohl wie in vielen anderen Bereichen auch so, dass zwar ein Bedarf vorhanden wäre, dieser aber nicht gedeckt werden kann, weil das Zielpublikum nicht bereit ist, Weiterbildung, die nicht unmittelbar dem Arbeitsleben dient, zu belegen. Schon gar nicht, wenn nicht der Arbeitgeber dafür aufkommt.

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    • Vielen Dank! ECDL ist natürlich ein geeignetes Negativ-Beispiel.

      Ich glaube man könnte tatsächlich die Betriebe verpflichten oder über Anreiz kriegen. Zumindest in Deutschland muss der Betrieb diverse Beauftragte nachweisen, für Umwelt, für Ersthilfe, für Arbeitsschutz, für Datenschutz. Warum denn nicht ein Beauftragter für Digitalsierung per Verordnung. Und der kriegt in sein Curriculum die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter reingeschrieben.
      Überdies könnte ein Digital-Scheck mit staatlicher Förderung im Wert von EUR 500 (natürlich sinngemäß auch Fränkli) auch Anreiz sein, sich Weiterbildungen in diesem Bereich anzutun. Selbst für manche Skeptiker.
      Bildungsfernsehen mit digitalen Themen könnte das vervollständigen.
      (Man darf ja mal träumen)

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      • Träumen ja 🙂 In der Schweiz ist die (berufliche) Weiterbildung praktisch zu 100% privat, solche Beauftragte – wie übrigens auch Betriebsräte – unbekannt. Schweizer Mittelständler gewähren den Mitarbeitenden im Schnitt einen Tag Weiterbildung p.a., was sich meistens in den gesetzlich vorgeschriebenen Kursen zu Sicherheit am Arbeitsplatz usw. erschöpft. Kader derselben Firmen gönnen sich übrigens nur einen halben Tag p.a.

        Zum Kommentar von Mathias Repka möchte ich folgendes Zitat aus dem lesenswerten Beitrag in der FAZ von Urs Humpenöder einwerfen: „Ich kann Ihnen nicht sagen, was das ‚Digitale‘ ist – das ist mittlerweile zu einem Passepartout-Begriff geworden. Es ist jedoch unbestreitbar, dass der Begriff neben seinem alltäglichen Gebrauch als medienhistorische und –theoretische Leitdifferenz der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu begreifen ist, der die meisten medienwissenschaftlichen, aber auch soziologischen oder philosophischen Diskurse unserer Zeit prägt. Die Unterscheidung zwischen analog und digital ist dabei nicht immer genau definiert, sondern wird häufig vorausgesetzt.“ (http://goo.gl/6giiRL)

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  5. Mathias Repka

    16/03/2016 @ 17:41

    Ein kurzer Beitrag – nicht zum Inhalt des Blogs – aber wider des falschen Gebrauchs von Adjektiven in der dt. Sprache:
    So wie der „Maibaum“ kein „mailicher Baum“ ist, können weder Immigranten, noch andere Menschen, ebenso Begriffe wie „Bildung“ oder „Wandel“ mit dem Adjektiv „digital“ versehen werden, weil sie diese Eigenschaft schlicht nicht annehmen können. Was ist ein „Wandel“, der die Eigenschaft hat, digital zu sein? Besteht der aus Nullen und Einsen? Dass mit selbiger Eigenschaft weder Bildung noch gar Menschen attribuiert werden können, versteht sich von selbst. 😉 …

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    • Streng genommen haben Sie sicher recht. Umgangsprachlich finde ich es durchaus passend von digitaler Bildung zu sprechen. Das ist nämlich die, die im digitalen Raum stattfindet. Ein sonntäglicher Tatort findet ja auch am Sonntag statt ohne sonntäglich zu sein. 😉

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    • Der Beitrag von Mathias Repka weist auf ein ganz interessantes „Problem“ hin, denn der Begriff „Digitale Bildung“ stammt eigentlich von Samsung und dem von der Firma initiierten Wettbewerb „Digitale Bildung neu denken“. Der Begriff wurde dann von der CDU/CSU übernommen und sogar als Titel für einen Kongress im Bundestag verwendet (was ein wenig kritisiert wurde – siehe folgenden Blogbeitrag von Jöran Muuß Merholz: http://www.joeran.de/digitale-bildung-veranstaltungen-der-regierungsfraktionen-gleichzeitig/). Die SPD musste sich davon dann absetzen und hat sich anscheinend auf „Lernen im Digitalen Wandel“ geeinigt. Ich zögere auch immer wieder, wenn ich einen Artikel schreibe, wie genau ich digitale Bil… äh ich meine Lernen im digi… äh.. das Phänomen xy, das sich derzeit in Schulen vollzieht, benennen soll. Also immer her mit den kreativen Vorschlägen! 🙂

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      • Nach Mathias Repka gibts ja auch keinen SPD-kompatiblen „Digitalen Wandel“. Übrigens demnach gibt es auch keine digitale Demenz (was können wir da erleichtert aufatmen ;-))
        Lernen in Digitalien wäre ja toll, oder?! 😉
        Ich spreche bei uns gerne von den Online-Themen. Aber das greift natürlich wieder viel zu kurz. Ich habe übrigens nicht per se etwas gegen grammatikalisch unscharfe Wortwahl.
        Wie wäre es mit Digi-Lernen, Digi-Bildung?

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  6. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Ich habe ihn sehr gerne gelesen und werde ihn fleissig teilen. Das massive Unwissen und sich Verschließen vor den Medien unserer Zeit fällt mir auch in meiner eigenen Altersgruppe extrem auf. Das Aufklären und Bilden im Hinblick auf „Was darf man teilen“, wie ist das mit dem Copyright, welche Einstellungen sind wichtig, wenn ich einen Account einrichte, Rechtliche Themen und auch Netikette im Web etc.
    Kürzlich habe ich einen interessanten Vortrag zum Thema „digitale Medien“ hier an einer bayrischen Grundschule besucht, welcher von einem Kriminalpolizisten der bayrischen Polizei gehalten wurde. Die Eltern wurden angehalten, sich digital weiterzubilden, um ihre Kinder in den sozialen Medien zu begleiten und vor möglichen Gefahren zu schützen. Vermutlich werden nur Wenige sich intensiv damit beschäftigen, dabei sind es Themen, die uns alle angehen, nicht nur die Heranwachsenden.

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    • Danke für den Kommentar, Friederike. Ja, ja und ja. Man soll über Risiken und Gefahren informieren. Allerdings finde ich es gerade für Erwachsene auch wichtig, Möglichkeiten und Chancen aufzuzeigen. Wozu kann man digitale Medien nutzen? Wie geht Social Media ganz praktisch? Wie funktioniert eCommerce? Wie bildet man sich selbst online (außer youtube)?

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  7. Hallo,
    vielen Dank für diese Beiträge.
    Wir hatten mit den Massiv Open Online Course „Mein digitales ich“ die Farbe der Erwachsenenbildung als Forumsbeitrag eingereicht. Leider haben wir darauf noch nicht einmal eine Antwort bekommen.
    Der Kurs richtete sich an Erwachsene und hatte den bewußten Umgang in sozialen Netzwerken zum Thema. Dieses Onlineangebot ist ein Teil der digitalen Grundbildung der Volkshochschulen. Über 1.600 Menschen haben sich angemeldet und 35 Volkshochschulen haben sich mit einem Begleitangebot beteiligt. Mehr zu sehen unter http://www.ichmooc.de und in meinem Blog http://www.allesauszucker.wordpress.com.
    Ein weiteres Beispiel für digitale Grundbildung für Erwachsene ist das Projekt digitale Nachbarschaft. In webinnren werden viele Themen der Internetnutzung vorgestellt. Ein echtes Grundlagenangebot (https://www.sicher-im-netz.de/nachbarschaft).
    Die TU Graz veranstaltet einen weiteren MOOC zum Thema „Gratis Online Lernen“ (http://imoox.at/wbtmaster/startseite/onlinelernen.html).
    Es gibt also auch viele Angebote, welche in NRW nutzbar sind. Scheinbar war Bedingung der Teilnahme, dass die Veranstalter aus NRW kommen. In Zeiten des Weblernen eigentlich eine sehr eingeschränkte veraltete Perspektive. Digitale Erwachsenenbildung wird in der Politik weitgehend ignoriert. Scheinbar können wir noch mit den digitalen Märkten warten, bis unsere Schüler/innen fertig studiert haben. Digitale Teilhabe kommt dabei nicht vor.
    Aber die Volkshochschulen haben bereits einen Masterplan zu „erweiterten Lernwelten“ erarbeitet (www.erweitertelernwelten.de). Schön wäre es, wenn die Politik die Erwachsenenbildung auch jenseits von Deutschkursen stärker unterstützen würde. Das ist für mich eine langfristige Investition, denn aktuelle Stimmungslagen in unserer Gesellschaft haben nicht nur Fremdenfeindlichkeit, sondern auch Angst vor Digitalisierung und Globalisierung als Ursache.

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