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Karriere im Neuland? 5 Tipps zum bewussten Umgang mit XING und Co.

Recruiting jetzt nach Verhalten in XING und Co?
Recruiting jetzt nach Verhalten in XING und Co?

Karriere adé?

Bald ist es also soweit! Automatisierte Roboter erstellen Persönlichkeitsprofile von Bewerbern aus den Daten der sozialen Netzwerke und zwar hier mal nicht von Geheimdiensten, sondern von Recruitern und Personalern. Der Wunsch eines jeden Personalers? Der Albtraum eines jeden Bewerbers? Wo bliebe dann der (Rest-)Datenschutz?

Aber von Anfang an:

„Facebook zerstört Karriere - Einträge in sozialen Netzwerken führten zur Kündigung“. So oder so ähnlich stellen sich Skeptiker von XING, Facebook und Co. die Auswirkungen von unvorsichtigem Handeln im Social Web vor. Beispiele dafür werden auch gerne kolportiert wie hier z.B. bei Bild-Online.

Gleichzeitig ist wahrscheinlich fast jedem klar, der sich mit seinem beruflichen Werdegang befasst, dass soziale Netzwerke als Werkzeug für die Karriere nicht mehr wegzudenken sind. Denn besonders XING und LinkedIn werden mittlerweile zur Personalgewinnung systematisch eingesetzt. Bereits an anderer Stelle im Blog und auch bei XING habe ich meine eindeutige Haltung pro XING, LinkedIn und Co. formuliert.

Denn auch Arbeitgeber setzen zur Personalgewinnung mehr und mehr die sozialen Netzwerke ein, selbst wenn für einen nicht unerheblichen Teil der Unternehmen das Internet immer noch Neuland ist.

Next Step: Social Recruiting über Verhalten in Netzwerken

Ein aktuelles Forschungsprojekt der FOM Hochschule mit Unterstützung des Bundesministerium für Bildung und Forschung zeigt jetzt, wohin „Social Recruiting“ künftig vielleicht tendiert und welche Bedeutung das für Berufstätige und Jobsuchende gleichermaßen haben kann.

Unter dem Titel "EfficientRecruiting 2.0 - Effizientes Recruiting von Fachkräften im Web 2.0" wird mit der Unterstützung der Bundesregierung intensiv geforscht, welche Aussagen über die Persönlichkeit eines Bewerbers aus Profilen in den sozialen Netzwerken gewonnen werden können. Begründet wird die Notwendigkeit des Projekts unter anderem mit dem drohenden Fachkräftemangel.

Hinter der Leitfrage „Wie finden Unternehmen schneller passende Mitarbeiter mittels sozialer Netzwerke (u.a. LinkedIn, XING, Facebook, Google+)?“ steckt die Absicht, mit Hilfe automatisierter Software geeignete Bewerber zu identifizieren. Und zwar an ihrem sozialen Verhalten in den Netzwerken.

Oder umgekehrt könnte man mutmaßen: Mit Hilfe der Software sollen auch die nicht geeigneten Bewerber herausgefiltert werden. Anhand ihres asozialen sozialen Verhaltens.

Die Social Software kommt bestimmt!

Anwendungsorientiert werde zurzeit geforscht, d.h. jetzt sind bereits Unternehmen beteiligt, die das ganze erproben. Die Liste der Praxispartner ist lang. Neben Personalberatungen und –dienstleistern sind auch klassische Mittelständler, Linde, die Deutsche Bahn und der EADS-Konzern.

Da die beteiligten Projekt-Partner ein Interesse der Verwertung der Ergebnisse haben werden, kann man durchaus sicher sein, dass entsprechende Software zur Verhaltensprüfung von Bewerbern im Social Web zum Einsatz kommen wird, sobald eventuelle rechtliche Fragestellungen geklärt sind.

Was heißt das für Bewerber oder Berufstätige, die jetzt oder eventuell zukünftig den Job wechseln möchten (also quasi alle)?

Wachsam sein und sich bewusst verhalten!

Daher hier meine

5 Karriere-Tipps zum bewussten Verhalten in sozialen Business-Netzwerken

1. Nutzen Sie Business-Netzwerke

Soziale Business-Netzwerke werden für die Karriere immer wichtiger. Draußen bleiben können Sie daher nur, wenn Sie sich diesen Weg des Netzwerkens und Arbeitgeberansprechens bewusst vorenthalten wollen. Mein Rat: Bleiben Sie drin und handeln bewusst!

2. Bauen Sie sich ein nachhaltiges Netzwerk auf.

Insbesondere für das Finden von Jobs im verdeckten Arbeitsmarkt brauchen Sie die sozialen Netzwerke im Web. Ein stabiles berufliches Netzwerk, das auf Dauer besteht, kann heute ohne XING, LinkedIn und Co nur unter erschwerten Bedingungen gepflegt werden. Also: Bauen Sie sich ein berufliches Netzwerk auf. Online wie Offline. Das erleichtert bei Bedarf die Kontaktsuche für das Systematische Kaffeetrinken.

3. Kommunizieren Sie bewusst und dosiert.

Das stetige Beobachten des Internets durch Firmen, z.B. durch solche Social Recruiting-Tools, erfordert in geschäftlichen Netzwerken eine dosierte und bewusste Kommunikation. Der Präsentierteller, auf dem man sich bei XING und Co. stets befindet, sollte als solcher wahrgenommen werden. Übrigens sind es auch Kollegen, Freunde, Familie, die einen auf bestimmte Äußerungen im Social Web ansprechen. Es muss also gar keine Software sein, die unangebrachtes Verhalten findet.

4. Prüfen Sie Ihre Profile regelmäßig.

Beobachten Sie sich also am besten selbst: Regelmäßige Prüfung, was Sie in beruflichen Netzwerken präsentieren und ggf. vor längerer Zeit von sich gegeben habe, lohnt. Denn manchmal ändern sich Einstellungen, Auffassungen und Wirkungen von Äußerungen im Laufe der Zeit. Das eigene Geschwätz von gestern sollte Sie deshalb sehr wohl interessieren.

5. Berufliche Identität: Persönlich, aber nie privat.

Tanzen Sie zwischen Authentizität und beruflicher Identität. Kein Mensch hält über Jahre eine nicht passende Rolle durch. Also empfiehlt es sich auch im Social Web nicht, eine Show abzuziehen. Andererseits spielen Sie in XING oder LinkedIn natürlich die geschäftliche Rolle: Je nach dem: Die der Angestellten, des Projektleiters, des Geschäftspartners etc. Das ständige Abwägen zwischen absoluter Offenheit einerseits und geschäftlicher Verbindlichkeit andererseits sollte also eine dauernde bewusste Übung sein. Hilfreich sind die Fragen: Wie würde ich mich aus der Sicht meines Geschäftspartners gerne sehen? Wie möchte ich geschäftlich wirken? Meine eigene Devise lautet auch hier: "Persönliches ja, Privates nein".

Recruiter: Finger weg von Facebook!

P.S. Ich bin übrigens der Meinung, dass Facebook hierbei außen vor sein sollte. Bei entsprechenden privaten Filtern sollte kein Geschäftsfreund, Arbeitgeber o.ä. mitlesen können. Und schon gar keine Social Recruiting Software. In der Projektbeschreibung des o.g. Forschungsanliegens werden Facebook und Google Plus allerdings ausdrücklich erwähnt. Wachsamkeit ist also auch hier gefragt.

Spätestens die Facebook-Beiträge, die an enge Freunde gehen, sollten für Personaler und geschäftliche Kontexte tabu sein.

Momentan zumindest.

Glaube ich.

Hoffe ich!

Und Sie: Wie stehen Sie zu solchen Trends? Wie finden Sie es, wenn Unternehmen über potentielle Kandidaten Profile aus sozialen Netzwerken erstellen können?

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

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