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Gastbeitrag: Auf eine Tasse Tee mit Gerhard Schröder

Auf eine Tasse Tee mit Gerhard SchroederKarrieren verlaufen bisweilen bunt. Auf die von Gerhard Schröder passt dieses Attribut besonders. Stationen wie Programmierung, Modedesign, Verkauf, Frühblogger, Kommunikationskonzepte, pad-Experte, SmartWear-Evangelist, Hangout-Helper. Querdenker und kreativer Kopf. So konnte ich Gerhard Schröder einst beim Tee kennen lernen. Als ich kürzlich zu Gastbeiträgen für dieses Blog aufrief, war er erwartungsgemäß der erste, der „Ja“ sagte. Hier sein Beitrag:

Als ich mit Lars abklärte, einen Gast-Beitrag für seinen Blog zu verfassen, da bat er mich um ein paar Zeilen zum „Systematischen Teetrinken“. Ernsthaft. Mir, als Teetrinker, in einem Kaffeetrinker-Blog. Also springe ich über meinen Schatten und werfe das „Kopfkino“ an.

Er bat mich diese eine Frage zu beantworten. „Was treibt Dich an, immer wieder was Neues zu probieren und welche Bedeutung hat Netzwerken für Dich?“ Er selbst beschrieb mich in seinem Briefing zum Gastbeitrag... „Neugier für neueste Gadgets, Ausprobieren, Forschen und Netzwerken (Systematisch Teetrinken). Für diese Mixtur nehm ich Dich wahr. Interessengeleitet und grad dadurch erfolgreich.“

Wie immer ist es ein Bild der Eigen- und der Fremdwahrnehmung.

Mit anderen Worten... 

Es ist eine lange Geschichte. 

Eine Tasse Kaffee oder Tee zur Hand? 

Gut, dann geht´s los!

Was treibt Dich an, immer wieder was Neues zu probieren?

In einer Welt im stetigen Wandel, in einer Welt des lebenslangen Lernens bin ich aufgewachsen. Mein Vater lernte Schlosser, machte eine Umschulung als Maschinenbautechniker und mit 35 noch eine kaufmännische Fortbildung. Meine Mutter lernte Damenschneiderin und schulte aus gesundheitlichen Gründen um in Richtung Verwaltung. In meiner Familie gab es fast nie eine Zeit mit Schulungsunterlagen im Arbeitszimmer. Einer aus der Familie war stetig am Lernen - Selbst der Sohn. Ich habe nie eine Familie kennengelernt, in der z.B. ein Mensch 30 Jahre in einer Firma nur einen einzigen Job gemacht hat.

In einer Zeit, in der sich neue Technologien zur Kommunikation im Wochentakt verändern, in der privater und öffentlicher Raum immer mehr EINS werden, in dieser Welt lebe ich seit 33 Jahren. Damals, mit 11 habe ich mit dem Programmieren angefangen. Erst später kam die Ausrichtung zum „Verkaufen“ hinzu.

Wenn man als „Kreativer Technologe“ am Ball bleiben möchte, dann packt man besser die klassische Töpferscheibe in die Ecke. Man greift heute eher zu einer Digitalkamera, arbeitet sich dann in Bildkompositionen und Farblehre ein. Oder ersetzt die Töpferscheibe durch den 3D-Drucker und CAD-Software. Mit insgesamt 2 1/3 Berufsausbildungen und vielen Jahren IT-KnowHow habe ich eine breite Basis für verschiedene Ausrichtungen.

Ich habe eine Idee, überlege, teste... denke über die Auswirkungen nach, schaue mir andere Menschen an aus dem jeweiligen Bereich. Stell Dir eine Laborschale vor. Eine kleine Testkultur. Dann der „Proof of Concept“ im größeren Maßstab und danach die Massenproduktion eines Produkts.

Nicht jeder Test wird ein Kassenschlager. Ich probe in der Öffentlichkeit des Webs. Motto dabei: "Fake people have an image to maintain. Real people just don´t care." (C. Tang).

Exkurs: Übertragen auf Lars‘ HR-Themenwelt: Ich denke nur so können Personaler Partybilder von vor 20 Jahren „im Web“ einordnen.

Ich habe dazu eine kleine Geschichte:

'Saß mit einem Personaler zu Tisch. Als er selbst für einen Job ein Einstellungsgespräch hatte, legte man dem Personaler Fotos seiner Action-Rally-Sportkarriere vor. Er konnte es mit einem Schulterzucken „auf die leichte Schulter“ nehmen. Die Fotos waren 20 Jahre alt, inzwischen sei er verheiratet und sein Leben habe sich nun wirklich verändert. Da hat sein Gegenüber einfach nicht aufs Datum der Bilder und deren Bedeutung für die Gegenwart geachtet.

Eigenwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung

Dieses „Proben im Web“ führt vielleicht zu einer gewissen öffentlichen Sichtbarkeit, aber das gehört „zum Geschäft“. Wie oft bin ich schon wegen eines dieser Experimente zum Termin eingeladen worden und kam mit einem Auftrag heraus. Es gehört aber neben dem „Testen wollen“ auch die Kunst des Vertragsabschlusses dazu.

Eigenreflexion: Sich darstellen nur „um des Darstellens wollen“? Falsch. Ganz Falsch!

„Menschen, die sich Ziele setzen, waren im Durchschnitt wesentlich erfolgreicher. Umso mehr, wenn sie die Ziele schriftlich festhielten und sich öffentlich verpflichteten, sie zu erreichen.“ (Quelle)

Dann noch dieser Satz:

„Die Ziele mindestens einmal, besser dreimal täglich zu visualisieren gehört aus meiner Sicht zum Pflichtprogramm für alle, die es ernst meinen – am besten in kräftigen Farben, bewegten Bildern, strahlend, riesig, vertont.“ (Quelle)

Ich hoffe das beantwortet jede Frage zu meinen Foto- und Video-Lastigkeit in der Außendarstellung. Als Einstieg für die Blog-Leser empfehle ich einen Instawalk, ein Fotospaziergang mit Lars Hahn. ;)

Mit meinen Worten: Warum dieser Weg? 

Im geschäftlichen Bereich, als Geschäftsführer der KreativeKK in Essen, gibt es immer wieder Projekte, über die wir als Firma nicht sprechen dürfen, weil wir oft eine Art „White Label“-Kreativschmiede für Verlagshäuser und andere Unternehmen unterwegs sind. Fürs Web braucht das Unternehmen trotzdem eine „Content-Strategie“ und „Geschichten zum Erzählen“.

Also erschaffe ich mit den Experimenten neue Geschichten, die meine Person als Kopf des Unternehmens in den Vordergrund stellen. Warum ICH im Vordergrund stehe und nicht das Unternehmen? Nun, vor dem schriftlichen Vertragsabschluss spricht man ja zunächst mit Menschen und nicht mit einer Marke. Menschen sprechen... Unternehmen sind fiktive Organisationen, die ohne Menschen nicht bestehen würden. Nicht ohne Grund möchte jeder Verkäufer mit „Entscheidern“ sprechen und setzt sich nicht vor der Schild mit dem Firmennamen.

Zurück zum Testen. Es ist also eine Art Motor. Brummkreisel. Fast eine Art Perpetuum Mobile. Aber... es benötigt eben doch einen Treibstoff. Dies sind Gedanken, Ideen, Menschen.

Was zum zweiten Teil Deiner Frage führt...

Welche Bedeutung hat Netzwerken für Dich?

Gedanken sind der Treibstoff. Doch es geht nicht darum nur im „eigenen Saft zu schmoren“, sondern um die Vermengung von Ideen. Gedanken auszutauschen - Ideen und Menschen zu vernetzen, das ist das Ziel. Dazu nutze ich neben technischen Plattformen wie Google+, Facebook, Twitter und Co. vor allen Dingen das Gespräch.

Oft, aus Zeitgründen, ein Telefonat oder ein Hangout. Wenn es möglich ist, immer wieder auch das persönliche Gespräch.

Jeder Verkäufer weiß, den Kunden kannst Du dann besser Einschätzen. So ist es auch in Nicht-Verkaufssituationen. Wobei... „Verkaufen wir uns nicht alle, jeden Tag, in einer Rolle?“

Dieser Gedankenmotor, mein KopfKino, leitet aus einer Idee X, vermengt mit Idee Y schnell eine neue Geschäftsidee ab. Oder eine Idee für ein neues Kundenprojekt.

Ein x-beliebiges Beispiel der letzten Zeit:

Mode-Blog-Leser schreibt via Google+ unter einem Beitrag einen Kommentar zu einem rechtlichen Thema. Ich telefoniere dazu ein paar Tage später extra mit Rechtsanwalt Thomas Schwenke. Nur aus der Laune/Neugier heraus... und um den Kontakt zu pflegen. Denke drüber nach. Aktiviere das Kopfkino. Heraus kommt die Idee eines Online-Shops für T-Shirts mit eingebauten Monitoren statt Textildruck.  Jeden Tag kann man sich nun ein neues Motiv auf sein T-Shirt herunterladen. Komplettes Geschäftsmodell des bedruckten T-Shirt-Handels in ein paar Sätzen auf den Kopf gestellt. Nachzulesen unter: Rechtliche Lage für selbstbedruckte T-Shirts und smarte Display-Shirts.

Fazit: Netzwerken ist eine Input- und Output-Kanal-Geschichte. Gib was rein, kommt was raus. Dabei gilt die gute, alte Regel: Shit In, Shit Out. Wer das Netzwerken als „Vertriebsunterstützung“ versteht und nicht meint, DAS wäre sein Vertriebsmodell, kann so seinen Weg machen.

Ich hoffe der Gast-Beitrag hat nun genügend Gesprächsanlässe für ein erstes, systematisches Teetrinken geliefert?

Wer nun wirklich mit mir eine Tasse Tee trinken möchte, ich trinke meinen Tee Schwarz. Ohne Milch oder Zucker. Terminabsprache via Xing oder Google+ bevorzugt.

Gerhard Schröder ist Geschäftsführer der KreativeKK, Tausendsassa und schreibt in diversen Blogs u.a. WEwearSMARTwear.de, Heldenhafte Hangout Helfer, KreativeKK.de, padlive.de

3 Gedanken zu „Gastbeitrag: Auf eine Tasse Tee mit Gerhard Schröder

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