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Jobsuche und Bewerbung mit Twitter? 5 Tipps, wie Sie es aktiv nutzen

Jobsuche mit Twitter

… Jobsuche und Bewerbung mit Twitter?

Bewerbung oder Jobsuche mit Twitter?

Ja, geht das denn?

Twitter ist in Deutschland nach wie vor eher ein Minderheiten-Medium.

Bei Twitter treiben sich Medienmenschen rum, etliche Unternehmen twittern, die Sportler und Politiker sind da, viele Freiberufler und eine fast überschaubare Szene von digital besonders affinen Menschen, die passionierten Twitterer. Neuerdings finden sich auch die meisten Youtube-Stars bei Twitter.

Aber wenn es um die breite Nutzung der Social Media geht, ist Twitter weit abgeschlagen hinter Facebook, Instagram, Whatsapp und selbst XING und LinkedIn.

Themen wie Politik, Fußball und Tatort gehen dort, aber für die Jobsuche oder Bewerbung kann man Twitter sowieso nicht nutzen.

Sagen die meisten.

Aber stimmt das wirklich?

In diesem Beitrag betrachte ich, wie man die Micro-Blogging-Plattform Twitter aktiv und passiv zur Jobsuche und Bewerbung nutzen kann.

Twitter: Kurz und knackig und stark verlinkt

Vorab nochmal ganz kurz: Was ist Twitter? Eine Mini-Einführung in nicht ganz 140 Zeichen in die Basics von Twitter für alle, die mit diesem Medium noch keine oder wenig Berührung haben:

  • Traditionell kann jeder bei Twitter öffentlich sogenannte Tweets im Umfang von 140 Zeichen publizieren.
  • Diese können dann von den sogenannten Followern in ihrer sogenannten Timeline gelesen werden.
  • Tweets können mit Schlagworten, sogenannten #Hashtags versehen werden.
  • In Tweets kann auf alle möglichen Webseiten verlinkt werden
  • Medien wie Fotos und Videos können in Tweets eingebunden werden.

Gerade durch seine Merkmale – kurz und knackig, schnell und öffentlich, hoher Vernetzungs- und Verlinkungsgrad – lässt sich das soziale Netzwerk Twitter auch für die Jobsuche und Bewerbung nutzen. Im folgenden zeige ich Beispiele, wobei ich zwischen zwei Grundtypen der Jobsuche nämlich „Passive Jobsuche“ und „Aktive Jobsuche“ unterscheide.

Passive Jobsuche per Twitter

Passive Jobsuche ist das, was die meisten Bewerber betreiben: Recherche nach Stellenanzeigen und bei entsprechend passenden drauf reagieren. Reagieren = Passive Jobsuche.

Passive Jobsuche geht auch mit Twitter: Man kann sich nämlich bei Twitter herrlich Stellenanzeigen per Tweets in die Timeline spülen lassen, indem man Twitter-Konten von Jobbörsen, Personalberatern und sogenannten Job-Bots folgt. Karriere-Accounts großer Firmen gehen auch. Hier ein paar Beispiele:

Jobsuche bei Twitter per Folgen von Job-Accounts

https://twitter.com/FERCHAUjobs

Jobsuche mit Twitter per Suchwort: Beispiel „Jobs“ „Duisburg“

Aggregator-Seiten abonnieren: Beispiele jobtweet.de Zutun.de

Legendär ist bereits die Jobsuchmaschine jobtweet.de von den HR-Social-Media-Experten Kirchner und Fedossov aka Wollmilchsau.de, die aus den Tweets bei Twitter die für Sie passenden Jobangebote raussucht. Die Webseite von jobtweet ist schon ein bißchen in die Jahre gekommen, dafür gibt es jeweiles eine App für iPhone und Android.

Neu auf dem Markt ist der Webservice zutun.de, der Stellenangebote ebenfalls nicht nur aus Jobbörsen filtert, sondern direkt auch bei Twitter abgreift, denn „immer mehr Firmen gehen dazu über, offene Stellen zunächst auf der eigenen Unternehmens-Website auszuschreiben und dann per Twitter zu verbreiten. Erst später und – wenn überhaupt – werden diese bei den großen Online-Jobbörsen und Printmedien veröffentlicht.“ In diese Lücke geht das Startup und sammelt die Jobtweets, die zu Ihnen passen. Die Suche ist individualisierbar und per Jobalarm auch als E-Mail abonnierbar.

Aktive Jobsuche mit Twitter

Richtig klasse wird Twitter immer erst dann, wenn man mal selbst etwas zu sagen hat und beginnt, sich mit anderen zu vernetzen. Das gilt auch für die Aktive Jobsuche mit Twitter.

Aktive Jobsuche ist mehr als das Reagieren auf Stellenanzeigen. Wer aktive Jobsuche betreibt, macht sich sichtbar, vernetzt sich offensiv und produziert eigenen Inhalte. Wer es ganz weit treiben möchte, kann eine eigenen Kampagne für die #Jobsuche aufsetzen.

Auch dafür lässt sich Twitter nutzen, wie das aktuelle Beispiel von @MarcelSchoene zeigt. Unter dem Hashtag #Jobsuche2016 präsentiert er bei Twitter jeweils Häppchen seiner beruflichen Stationen, erzählt Geschichten, zeigt Bilder und verlinkt auf XING-Profil, Lebenslauf und Arbeitsproben. Er selbst  nennt die Tweets dazu „Snackcontent“ und erreicht damit eine beachtliche Reichweite über Twitter hinaus.


Das Beispiel zeigt, wie Twitter für die aktive Jobsuche genutzt werden kann. Für mich ein schönes Beispiel von Professional-SEO! Marcel Schöne ist mittendrin in der Jobsuche, deshalb viel Erfolg!

Aktives Netzwerken für die Jobsuche per Twitter

Erst kürzlich verkündeten die Video-Spezialisten K3 in ihrem Blog, dass sie Mitarbeiter-Zuwachs per Twitter bekommen hätten. LVQ-Absolventin und engagierte Twitterin Susanne Niemann aka @irrewirre gelangte dorthin über eine Twitterempfehlung von Michael aka @Pixelkurier Stein.

Ein weiteres Beispiel für Bewerbung und Jobsuche mit Twitter ist das oft zitierte der @Punktefrau. Christine Heller jetzt Dingler nutzte ihr umfangreiches Netzwerk bei Twitter um ihre Jobsuche bekannt zu machen. Dabei verlinkte sie auf einen Blogartikel und ein Video, in dem ihre „BeWerbung“ präsentierte. Vor drei Jahren eine Aktion mit gigantischer Reichweite, die auch zu einem Joberfolg führte – allerdings auch, weil die Urheberin ihr vorher gepflegtes Netzwerk aktivierte. Auf einem Vortrag bei der Konferenz re:publica erzählte Christine gemeinsam mit Karrierbibel-Gründer Jochen Mai anschaulich und nachsehenswert, „Wie der neue Job dich findet“

 

5 Tipps für die Aktive Jobsuche mit Twitter

Während Twitterer Marcel Schöne sich bei seiner Jobsuche sogar auf Twitter konzentriert, könnten Sie Twitter auch als zusätzlichen Vernetzungs- und Verteilungskanal zu ihren sonstigen Aktivitäten im Social Web nutzen. Ganz gleich, wo Sie Ihre Schwerpunkte setzen, einige Erfolgsfaktoren für die Aktive Jobsuche per Twitter lassen sich auf jeden Fall benennen. Deshalb hier meine 5 Tipps dafür:

  1. Verlinken Sie nützlichen Content!

Twitter funktioniert für Bewerbung und Jobsuche nur, wenn Sie Inhalte zeigen, die über das Medium hinausgehen. XING-Profil, LinkedIn-Profil, Arbeitsproben per Slideshare, Verlinkung auf Blogtexte etc. Infos sollten relevant, interessant und prägnant sein.

  1. Geben Sie Ihrer Jobsuche einen Hashtag.

Mein Vorschlag: Verwenden Sie ein wiederfindbares Merkmal, das zu Ihnen passt, wie #JobsucheSales #JobImEmsland #NeuerJobQM. Recherchieren Sie unbedingt vorab, ob Ihr Hashtag noch frei ist.

  1. Vernetzen Sie sich aktiv per Twitter.

Folgen Sie relevanten Multiplikatoren Ihrer Branche, Ihres Themas, Einzelpersonen, wie Firmen und lassen Sie sie von Ihrem Projekt Jobsuche wissen.

  1. Folgen Sie selbst relevanten Inhalten Ihrer Branche.

Bei Twitter finden Sie wertvolle Branchen-Informationen und in der Regel auch Termininfos für Konferenzen, Messen und Fachevents.

  1. Vernetzen Sie sich über Twitter hinaus.

Manche vergessen das: Vernetzen Sie sich mit Twitter-Kontakten unbedingt auch bei XING und LinkedIn, ggf. bei Facebook. Wenn es besonders gut passt, gehen Sie doch direkt Systematisch Kaffeetrinken.

Und Sie?

Kennen Sie Beispiele für erfolgreiche Bewerbung oder Jobsuche per Twitter? Haben Sie gar selbst Erfahrung damit? Dann schreiben Sie darüber im Kommentarfeld!

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der LVQ Weiterbildung gGmbH beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst Geschäftsführer @LVQ_Bildung. Bloggt über die Arbeitswelt, Social Media und allerlei Digitalkram.

4 Kommentare

  1. Ich bin versucht, an einen PR-Gag zu denken, wenn ich etwas über Jobsuche via Twitter höre, weil es für mich eher in die „Just for Fun-Ecke“ im privaten Bereich gehört. Andererseits kann ein PR-Gag, richtig platziert, enorme Wirkung entfalten. Mit 140 Zeichen auf sich aufmerksam zu machen und mit passenden Keywords oder Hashtags gefunden zu werden ist eine Kunst für sich. Wer sich hier richtig präsentiert, kann langfristig auf großes Informationspotential zugreifen und sich ein Karriere-Netzwerk für die Zukunft schaffen. Auch sollten Jobsuchende daran denken, dass sie hier durchaus ihrem zukünftigen Arbeitgeber begegnen könnten, der keinen Wert auf einen allzu saloppen Umgangston legt.

    Beste Grüße

    Antworten
    • Das mit dem PR-Gag ist ja gar nicht so falsch. Gerade in digitalen Berufen mit Web-/Online-Sichtbarkeit wie PR, Markteting, Social Media ist Personal Branding, oder Karriere-SEO eine gute Möglichkeit. Es muss ja nicht unbedingt nur Twitter sein, wie das Beispiel von Christine Dingler zeigt.

      Antworten
  2. Pingback: Gastbeitrag Jobsuche und Bewerbung mit Twitter | Riedelwerk.de

  3. Daniel Reuter

    03/06/2016 @ 07:55

    Hashtags zu nutzen ist sehr wichtig und hilfreich. Ein paar Jobbörsen haben eigene Twitter accounts nur für die neuste Stellenangebote.

    Antworten

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