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#webseidank, Filterblase! Mein Internet ist ein guter Ort und Deins?

Filterblase webseidank
... wenn die Filterblase das Netz zu einem guten Ort macht: #webseidank

„Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es dazu machen …“

Diesen Satz hat im letzten Jahr Johannes Korten geprägt. Hannes, der im meinem Netz so präsent war und der auf einmal nicht mehr da ist.

„Das Netz ist ein guter Ort“. Dafür bin ich dankbar. Danke Johannes, #webseidank!

#webseidank lautet der Aufruf von Annette Schwindt und Thomas Reis zur gleichnamigen Blogparade. Sie fragten kürzlich, sich auch auf Hannes Satz vom guten Ort berufend, drüben bei unserleben.digital, was das Web uns (menschlich) Gutes gebracht habe. Nach erstem Zögern diese Tage komme ich ihrem Aufruf gerne nach.

Mein Internet – ein guter Ort #webseidank

In den letzten Wochen und Monaten schwamm allerlei trübe Brühe in diesem Internet. Auch ich bekam sie am Rande mit: Die Dramatik, Tragik,die Hass-Sprache, Hysterien und allerlei kruden Theorien, die anlässlich von Flüchtlingsdebatte, Attentatsaktionen und Amokevents im Netz kursierten.

Mein Internet ist geprägt von anderem:

Von Miteinander, Kollaboration, Kooperation, Wertschätzung, Höflichkeit, Freundlichkeit und gar von Witz und Freude. Mein Web ist geprägt von inspirierenden und berührenden Aktionen wie #einbuchfuerkai, #bloggerfuerfluechtlinge, #tausendmalwillkommen, #webseidank.

Mein Internet ist nämlich ein guter Ort, #webseidank!

Denn das ist nämlich so:

DAS Internet gibt es schon lange nicht mehr. Durch Facebook-Algorithmen, Followerstrukturen und Web-Freundeskreis hat nämlich jeder längst sein eigenes Internet. Meines sieht dann auch ganz anders aus als vielleicht Deines.

Mein Internet ist vor allen Dingen Social Media. Und Social Media beginnen für mich stets offline und enden auch offline.

Das heißt die meisten der Menschen, denen ich bei Twitter und Instagram folge, die ich bei Facebook kenne und sogar mit denen ich bei XING liiert bin, kenne ich auch irgendwann in diesem realen Leben. Ich habe mit ihnen geredet, habe sie getroffen, mit ihnen einen Kaffee getrunken.

Es lebe die Filterblase! #webseidank

Genau diese Menschen prägen mein Internet. Sie bilden meine Filterblase. Also den Ausschnitt des Internets, den mein Umfeld mir sichtbar macht. Sie bilden aber auch einen Teil meines persönlichen und geschäftlichen Freundeskreises (ich unterscheide da bisweilen gar nicht mehr so konsequent).

Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, die ich bisweilen offline treffe, mit ihnen schnacke und lache, die ich zwischen den persönlichen Offlines immer im Netz verfolge; Anteil habe an ihren Posts über Freud und Leid in ihrem Leben, persönlich wie öffentlich.

Zu meiner Filterblase gehören übrigens auch viele Menschen, die würde man eigentlich eher als Offliner bezeichnen, Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen. Sogar mit ihnen bin ich heute verbunden über Skype, Whatsapp, Telegram und bei manchen gar Facebook.

Meine Filterblase, die Menschen, die mir häufiger online und offline begegnen, haben es nicht so mit Hatespeech, Groll, Angst und Panik. Und darum ist mein Netz ein guter Ort. #webseidank!

Gerade verbrachte ich mit meinem geschätzten Freund und Kollegen Christian einen Nachmittag beim Kaffee. Wir sprachen über die letzten turbulenten Kollektiv-Ereignisse, die das Web bewegten. Christian ruft seit einer Woche dazu auf, im Netz das Gute zu zeigen.

Damit inspirierte er mich zu einem Tipp, den ich hiermit kundtue:

Filtere Dein Web, systematisch, damit Dein Netz ein guter Ort ist!

Filterblase aufräumen
... Filterblase bei Facebook entschlacken

Mit Trollen zu diskutieren bringt sowieso nichts. Eine Timeline mit Hatern und Zynikern macht mein Netz nicht zu einem guten Ort. Deswegen lohnt es sich aus meiner Sicht, die eigene Filterblase im Social Web regelmäßig zu pflegen. So wie ein Gärtner regelmäßig durch die Beete gehen und schauen sollte, was dort wachsen soll und was nicht.

  • Ich kann bei Facebook filtern, wen ich in meiner Timeline ganz oben sehen möchte.
  • Ich kann bei Twitter Konten entfolgen, die stets nur ätzende Statements zum Weltgeschehen abgeben, die sich als Trolle entpuppen.
  • Ich kann bei Instagram Spam-Accounts entfolgen.
  • Bei Facebook lohnt es sich regelmäßig zu prüfen, ob ich das sehen möchte, was mir gerade geboten wird. Im Zweifel kann ich davon weniger erhalten, wenn ich es Facebook wissen lasse.
  • Und bei allen dreien, bei Facebook, Instgram, Twitter erfreue ich mich immer über die skurrilen und schönen Dinge des Alltags – Fotos mit Katzen, Twitterposie, Alltäglichkeiten von Freunden bei Facebook.

Denn eines ist klar: Die „schlechten“ Nachrichten, die man wissen sollte, erreichen uns heute sowieso über eines der vielen Medien dieses Universums. Da bin ich ansonsten im Social Web viel lieber mit Menschen zusammen unterwegs, die auch möchten, dass dieses Web „ein guter Ort“ ist.

P.S. Hannes Statement "Das Netz ist ein guter Ort" betrachte ich als sein Vermächtnis an uns alle. Es hat verdient, hier zitiert zu werden. Deswegen hier noch einmal sein Talk von der re:publica 2016: „Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen“.

 

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10 Gedanken zu „#webseidank, Filterblase! Mein Internet ist ein guter Ort und Deins?

  1. Pingback: Blogparade: Was hat das Web Dir Gutes gebracht? #webseidank | Unser Leben.digital

  2. Annette

    Lieber Lars, vielen Dank für Deinen Beitrag, mit dem Du den Männeranteil immerhin auf 3 von 14 erhöhst! ;-)

    Wir sind übrigens auch froh, Dich in unserer Filterblase zu wissen!

    Antworten
  3. Kerstin

    Hallo Lars,
    Danke, für deine Worte, die aufmuntern und wachrütteln, von den negativen "Blasen" sich zu entfernen und den positiven sich hinzuwenden, weil die einfach mehr bewegen und mehr weitere Kreise ziehen.
    Danke, für das Video von J. K. am Ende des Beitrages - was mich sehr bewegt hat. Ich kannte ihn aus dem Netz und von der Geschichte mit ein Buch für Kai. Was er in dem Video alles sprach, tat richtig gut, und nun liegt es an uns, das Web zu einem guten Ort zu machen, angefangen haben wir und es ist jeden Tag ein Stück Aufgabe, es weiter zu tun.

    Lieben Dank für deinen Blogbeitrag, den ich sehr gerne las. Alles Gute und auf viele weitere Beiträge hier im Netz, einem guten Ort für Freunde.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    Antworten
    1. Lars Hahn

      Danke Kerstin. Das freut mich, dass der Artikel dich inspirieren kann. Vielleicht hast Du ja auch als zu #webseidank beizutragen?!

      Antworten
  4. Aspie im Labyrinth

    Hallo.
    Danke für den Text und die Idee dahinter.
    Mein Web ist recht überschaubar: Ich kenne die Menschen zu einem großen Teil ja auch "offline", zwar nicht von der Arbeitswelt, doch von dem gemeinsamen Engagement im Verein etwa, einem gemeinsamen "Thema" und man tauscht sich auch "außerhalb" des Netzes aus, in Cafes, manchmal sogar über Postkarten (echte, keine virtuellen).

    Ohne Netz - kaum denkbar.

    Antworten
    1. Lars Hahn

      Hallo Aspie,

      vielen Dank für den Kommentar. Genauso sehe ich es. Das Netz ist sehr hilfreich, offline-Kontakte zu pflegen. Allerdings entstehen bei mir auch viele Kontakte zunächst online und ergeben den späteren Kaffee offline.

      Viele Grüße!
      Lars Hahn

      Antworten
  5. Brigitte

    Oh ja, Herr Hahn, ohne das Web wären wir uns nie begegnet. Ich hätte Ihre anregenden Gedanken und Impulse nie kennengelernt. Die verschiedenen Netzknoten schnurren hie und da zusammen und machen das scheinbar unüberschaubare Web dann doch wieder überschaubar.
    Danke für Ihre Gedanken.
    Freu mich, bald wieder von Ihnen zu lesen.
    Brigitte

    Antworten
  6. Pingback: Es geht um die Menschen – Unser Fazit zur Blogparade #webseidank | Unser Leben.digital

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