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Lasst uns froh und social sein! Plädoyer für mehr „Social“ in den Media!

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… 2017: Mehr „social“ in den Media!

Lasst uns froh und social sein!

Mehr „social“ in den Media: Erfahren Sie unten im Beitrag, wie Sie mit 5 kleinen Hacks die Social Media ein wenig mehr „social“ machen.

Mehr „social“ in den Media: Mein Wunsch für 2017.

Denn in diesem Jahr haben die Social Media endgültig ihre Unschuld verloren, die sie vielleicht nie hatten. Facebook und Twitter kämpfen mit Trollen, Hate und Fake. Hacker und Social Bots übernehmen die öffentliche Meinungs-Macht. Die Realität wird zunehmend durch die Fake News „sozialen“ Medien verzerrt! Postfaktisch ist zum Wort des Jahres 2016 erklärt worden und alle mischen munter dabei mit.

Sind sie überhaupt noch social, die Social Media?

Das „Social“ in Social Media – eine Geschichte voller Missverständnisse.

Manche nennen Social Media „sozialen Medien“. So „sozial“ sind diese aber bisweilen gar nicht, gerade heutzutage. Sozial im Sinne von Sozialarbeiter, Sozialhilfe, Sozialamt? Manche sagen 2016 war vieles in den Social Media eher asozial. Sozial – asozial?

Ist gar nicht so gemeint, eher ein Übersetzungsfehler.

Dabei meint das englische Wort „Social“ in der deutschen Übersetzung auch „gesellig“ und „gesellschaftlich“.

Mir passt das gleich viel besser: Social Media als „Gesellige Medien“. Denn geht um Miteinander reden. Austausch. Vernetzung. Online in den Netzwerken, offline beim Kaffee. Das ergibt erst das social in Social Media.

Sie und ich. Wir. Miteinander.

Nicht nur Media, sondern social.

Menschen. Menschlichkeit. Zwischenmenschliches.

Oder?

2016 – Bots und Technik regieren die Social Media?

Neuerdings reden sie viel von Social Bots in den Social Media. Diese Bots bestimmten bisweilen die Diskussion.

Bots, das sind Roboter, automatisierte Accounts: Die Digitalisierung der User gewissermaßen. 2016 scheint das Jahr zu sein, in dem die so genannten „Social“-Bots – also automatisierte Social Media-Roboter-Konten die Meinungs-Macht schleichend übernommen haben.

Ein Beispiel? Die US-Wahl wurde in den Social Media also durch Social Bots und durch Hacker und Algorithmen entschieden oder auch nicht, las man. Je nach Filterblase.

Überdies: Was Sie lesen in Ihren Social Media, bestimmen nicht die so sehr die menschlichen Anwender: Sie, Ihre Freunde und Follower. Was Sie erfahren, setzt sich mehr und mehr aus dem zusammen, wie der Algorithmus von Facebook und Co. Ihre Filterblase generiert.

Algorithmen und Social Bots? Roboter und Automatismen bestimmen die Kommunikation?

Was ist daran „Social“? Eher nichts. Außer das Label.

„Human Bots“ – Menschliche Social Media Roboter

Bisweilen habe ich auch bei nachweislich menschlichen Interaktionen im Social Web das Gefühl, es seien Roboter am Werk. Human Bots gewissermaßen:

  • Da werden Sie bei XING ohne Nachricht als Kontakt hinzugefügt („WTF?“).
  • Da wird bei Facebook kommentarlos ein „interessanter“ Link von t3n/Spiegel online/FAZ rausgehauen.
  • Bei Instagram wird Ihr Foto gar ohne Anlass und Kennzeichnung „gefeatured“, man könnte auch sagen: „geklaut“.
  • Da wird entfreundet, sobald jemand einen befremdlichen Link postet. Gut gemeinte Filterblasenhygiene.
  • Da entpuppt sich ein vermeintlich interessanter Twitter-Follower als menschlicher „Link-Bot“, der zwanghaft ständig seine Werbung posten muss.

Manche echten Bots erscheinen da freundlicher als ihre menschlichen Pendants.

2017 – Renaissance des Social in den Media

Dabei muss das gar nicht sein. Manchmal sind es Kleinigkeiten, mit denen wir das Miteinander im Social Web einfacher und zwischenmenschlicher gestalten. Ein wenig geselliger. Ein wenig unaufgeregter. Ein wenig humaner. Ein wenig mehr „social“.

Auch deshalb: Wie wäre es mit diesen eher einfachen, unaufgeregten

5 kleinen Hacks für das „Social“ in Social Media

Filterblase – Social Version

Auf einmal schreibt jemand in Ihrer Facebook-Timeline seltsames, gar schockierendes Zeugs? Dann ist das wohlmöglich einer, den sie aus der Offline-Welt kennen und der sich gerade mächtig ändert!? Bei Facebook erkennen Sie, wie er grad sonst so tickt. Falls Sie schnell zum Blocken oder Bannen neigen: Belassen Sie doch mal solche Anderstickende in Ihrer Filterblase – zumindest vorerst. Dann kriegen Sie mehr mit von den fremden Lebenswelten da draußen – und diese anderen von Ihrer.

Links Teilen – Social Version

Teasern Sie Ihren Link, den Sie bei Facebook posten, mit einem eigenenText an. Ein Einzeiler reicht da völlig. Die persönliche Note macht Ihren Link-Post lesenswert und sympathischer das gilt fürs Teilen in den Neuigkeiten bei XING, in den Updates bei LinkedIn, in der Timeline bei Facebook und erst recht beim Teilen eines Links bei Twitter.

Kontaktaufnahme in den Social Media – Social Version

Schreiben Sie dem neuen XING-Kontakt immer eine persönliche Nachricht mit Begründung der Kontaktaufnahme. Wenn Sie das wegen der Basis-Mitgliedschaft nicht können, schreiben Sie ihm zum Beispiel paralell eine kurze Mail. Dann klaptt es mit dem Vernetzen. Apropos: Ich stelle und bestätige Freundschaftsanfragen bei Facebook nur, wenn ich die Personen richtig kenne. So „in echt“!

Zitieren und Kuratieren – Social Version

Wenn Sie Bilder oder Texte anderer in den Social Media „kuratieren“ also zitieren wollen, hilft es ungemein, wenn Sie namentlich zitieren. Sie verweisen auf den Autor/Urheber. Am besten markieren Sie ihn bei Facebook oder Instagram. Bei Twitter nennen Sie seinen Twitter-Handle und in Ihrem Blog verlinken Sie auf das Original. Das ist nett und das ist social. Im Zweifel gilt außerdem das Urheberrecht und Klauen ist verboten. Lesenswert dazu ist nachwievor der Beitrag „Texte richtig zitieren, statt plagiieren“ von Thomas Schwenke.

Social Media offline – Social Version

So richtig social, also gesellig werden Social Media erst, wenn Sie Ihre Follower, Freunde, Fans, Kontakte offline begegnen. Oder wenn Sie Ihre Offline-Kontakte per Facebook begleiten. Oder beides. Mein Vorschlag: Besuchen Sie doch mal Social-Media-lastige Events wie Barcamps, Twittwochs, Social-Media-Stammtische oder gar einen Instawalk. Systematisch Kaffeetrinken. Offline Social Media.

In diesem Sinne:

„Lasst uns froh und social sein!
Lasst uns 2017 wieder mehr social in die Media bringen.
Lasst uns ganz menschlich miteinander reden, online wie offline.“

Den Rest erledigen sowieso die Bots.

Wir sehen uns in 2017!
Bis dahin wünsche ich Ihnen eine „gesellige“ Zeit!

Epilog

Er sei zu pessimistisch, dieser Beitrag. Sagten mir zwei Personen unabhängig voneinander. Finden Sie auch?

War nicht meine Absicht. Hab ich doch in #webseidank ein Loblied auf dieses Internet geschrieben. Wie sehen Sie das? Ist für 2017 Pessimismus oder Optimismus angesagt?

Der Autor: Lars Hahn ist der Entdecker von ‚Systematisch Kaffeetrinken‘ und Social Media Enthusiast. Hier bloggt er persönlich. Als Geschäftsführer der „LVQ Weiterbildung gGmbH“ beschäftigt er sich mit Weiterbildung, Recruiting, Arbeitsmarktthemen, Karriereberatung und Social Media. Lars Hahn ist zu finden bei XING, Google+, Twitter und in vielen anderen sozialen Netzwerken.

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Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst Geschäftsführer @LVQ_Bildung. Bloggt über die Arbeitswelt, Social Media und allerlei Digitalkram.

11 Kommentare

    • Vielen Dank! Spannend wäre ja jetzt zu wissen, in welchen und in welchen nicht! 😉

      Schöne Feiertage!
      Lars Hahn

      Übrigens: Der Link auf die Webseite war leider falsch.

      Antworten
  1. Frank Stadtler

    20/12/2016 @ 18:18

    Toller Beitrag! Wurde mal Zeit, dass das Thema mal öffentlich angesprochen wird… auch ich gebe dir in den meisten Punkten recht.

    Wünsche auch dir ein social 2017 und vorher besinnliche Feiertage.

    LG aus dem hohen Norden,
    Frank

    Antworten
  2. Hallo Lars,
    klasse Artikel. Du sprichst mir aus der Seele.
    Im Übrigen: das „social“ soll vom lateinischen Wort „socius“ abstammen, was soviel bedeutet wie „gemeinsam, gemeinschaftlich, verbunden“. Und darum ging es einst bei den Social Media. Das wird heute oft vergessen.

    Ein Grund, warum die Social Media nicht so richtig „social“ sind, ist die Tatsache, das der ganze Bereich so fürchterlich kommerzialisiert wurde. Jedes Unternehmen springt heute auf den Zug auf und will SEINE Botschaften dort verbreiten, Meinungen, Rezensionen, Influencer werden gekauft. Die Anbieter wie Facebook, Twitter & Co. versuchen dem SPAM mit immer mehr Filtern gerecht zu werden.
    Die Folge: Die echten guten Nachrichten gehen immer mehr unter. Ich mag heutzutage gar nicht mehr in meine Timelines reinschauen. Nur noch Werbung, gekaufte Meinungen und sonstiger Mist.

    Und noch ein Thema ist Schuld, dass die Social Media nicht mehr so richtig „social“ sind. Diese teilweise absurden Gerichtsurteile der deutschen Justiz. Klar muss man Datenschutz beachten, klar muss man das Urheberrecht beachten, klar muss man den Persönlichkeitsschutz beachten, aber was manche Richter vom Stapel lassen, macht die Idee der Social Media in Deutschland kaputt.

    Mein Wunsch für 2017 wäre: Lasst uns wieder als Menschen in den Social Media agieren; Mit Rücksicht, mit Vorsicht, mit Nachsicht und mit gesundem Menschenverstand.

    Dann klappt es auch wieder besser.

    Schöne Feiertage und guten Rutsch
    Frank Bärmann

    Antworten
    • Ich stimme Dir zu. Allerdings kann man durch Filter und Listen einiges gestalten und entschärfen. Man muss sie nur nutzen (sagt der, der das viel zu wenig tut)!

      In diesem Sinne schöne Feiertage und bis 2017!
      Lars

      Antworten
  3. Lieber Lars Hahn,
    wenn dieser Text pessimistisch ist, dann müssen wir alle Hoffnung aufgeben…
    Vielen Dank für diesen konstruktiven Text zu einer wirklich sozialen herangehensweise an Social Media, den ich gleich mit einer persönlichen Bemerkung bei Twitter teilen werde!

    Antworten
  4. Anja Breulmann

    28/12/2016 @ 19:12

    Hallo!
    Sehr guter Blogeintrag zur richtigen Zeit. Aber die Bemerkung, dass er zu pessimistisch ist, kann ich nicht nachvollziehen. Es wurde die leider negative Social media Realität im jahr 2016 beschrieben und wie man diese 2017 zum positiven ändern kann. Ein schöner konstruktiver Beitrag!

    Antworten

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