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Conversation Prism 2017: Was es uns über die Digitalisierung verrät.

Social Media Prisma 2017

… Social Media Prisma: Im Zentrum das Du.

Kennen Sie das Social Media Prisma aka Conversation Prism?

Es zeigt Ihnen die ganze Vielfalt von Social Media auf einen Blick und bringt eine Systematik in die schier unzähligen verschiedenen Plattformen von digitaler Kommunikation.

Viele Seminare, Workshops und Vorträge starten nach wie vor mit dem Social Media Prisma (wir machen das drüben bei der LVQ genauso). Das Prisma ist einfach so anschaulich und verrät so viel über die unterschiedlichen Plattformen der digitalen Kommunikation.

Für diesen Beitrag habe ich mir das gerade neu erschienene internationale Social Media Prisma betrachtet. Ich hab mir angeschaut, was das Prisma darüber verräte, welche Entwicklungen und Trends es in Sachen Social Media gibt und was es uns über die stetige Digitalisierung unserer Kommunikation verrät.

Der Beitrag richtet sich gleichermaßen an Menschen, die Social Media als Schwerpunkt im Beruf nutzen und Leute, die sich ganz „normal“ im Alltag damit befassen.

Conversation Prism – die Vielfalt von Social Media auf einen Blick

Wie vielfältig Social Media ist und wie viele Plattformen es gibt, verrät uns das bekannte Conversation Prism, das der digitale Vorreiter Brian Solis gemeinsam mit der Agentur JESS3 seit 2008 regelmäßig herausgibt.

Das Social Media Prisma, in der Originalfassung „Conversation Prism“ genannt, zeigt alle relevanten Plattformen, die es in der digitalen Kommunikation gerade gibt. Man kann darin erkennen, mit welchen digitalen Netzwerken und Tools wir kommunizieren, lernen und teilen. Mittlerweile in der Version 5.0 zeigt das Prisma in jeder Neufassung im Vergleich zur vorherigen, welche Entwicklungen und Trends sich im Digitalen in den vergangenen zehn Jahren ergeben haben.

Dimensionen von digitaler Kommunikation

Die unterschiedlichen Dimensionen von Social Media sind im Zentrum des Conversation Prism in In verschiedenen Schichten oder Ebenen dargestellt:

  • Im Mittelpunkt von Social Media steht das „Du“. Der Betrachter des Prismas soll damit stets erinnert werden, „that social media is about the people in the center of their online experiences“. Es geht um die Nutzer und deren Online-Erfahrungen.
  • In der ersten Ebene um das „Du“ erkennt man, dass sich digitale Kommunikation mit Lernen, Zuhören, Mitmachen und Co-Creating , also gemeinsamen kreieren von Inhalten befasst.
  • Die nächste Ebene zeigt wie die Wirkung und den Einfluss durch Social Media dargestellt werden kann: Reichweite, Relevanz, Resonanz, Soziales Kapital, Einfluss, Popularität.
  • Was jemand durch Engagement in den Social Media erreichen kann, erkennt man in der äußeren Ebene des Prisma: Brand, Persona und Community.
  • Um die verschiedenen Ebenen kreisen dann die einzelnen Kategorien, in denen die diversen Social Media Plattformen dargestellt sind.

10 Jahre Conversation Prism –Klassiker und Shooting Stars

In seinem LinkedIn-Beitrag vergleicht Brian Solis das erste Social Media Prisma von 2008 mit dem heutigen. Einige Klassiker wie Facebook, Twitter, Youtube und Linkedin sind seit dem ersten Prisma bereits dabei. Manche Networks sind längst untergegangen oder bedeutungslos. Wer erinnert sich noch an Posterous, Google Reader, Friendfeed oder die VZ-Netzwerke?

Gleichzeitig kamen in den letzten 10 Jahren viele neue digitale Kommunikationsplattformen dazu, wie Whatsapp, Snapchat, Instagram, um nur die Shooting Stars der letzten Jahre zu nennen.

Der Vergleich zwischen 2008 und 2017 – zehn Jahre sind in der Social-Media-Welt gleich mehrere Generationen – zeigt, welche Entwicklungen in der digitalen Kommunikation sich ergeben haben.

Social Media 2017 – Messaging, Cloud, Collaboration und viel Video

Beim Betrachten der neuen Version 5.0 des Conversation Prism fällt als allererstes die Komplexität auf. Eine ungleich höhere Zahl von Netzwerken, Tools und Plattformen als vor zehn Jahren werden für Social Media genutzt.

Was ich besonders spannend finde: Man erkennt, wohin sich die digitale Kommunikation hin entwickelt hat und entwickeln wird.

  • Viele Tools zum digitalen gemeinsamen Arbeiten wie Trello und Slack finden sich im aktuellen Prisma.
  • Besonders die eigenen Kategorien Crowdfunding, Nicheworking, Enterprise Messaging, Social Commerce, Content Networking, Business Networking zeigen: Social Media ist tatsächlich in der Geschäftswelt angekommen.
  • Messaging per Whatsapp etc. oder Video-Konferenz per Skype und Co. gehören heute natürlich zu den Social Media. Sie zeigen, dass berufliche und persönliche Alltagskommunikation heute per Social Media stattfindet.
  • Die Darstellung von vielen Cloud-basierten Services wie Dropbox und kollaborationsfähigen Networks sind ein weiterer Beleg für die Verbreitung von Social Media.
  • Während 2008 eine Zeit des Textlastigen war, ob in Blogposts oder 140 Zeichen, besetzen Blogs und Twitter heute nur noch eine einzige Kategorie unter vielen.
  • Überhaupt ist alles viel mehr Video, Bild und Streaming als noch vor zehn Jahren.
  • Für die Meßbarkeit von Einfluss und Wirkung gibt es diverse Tools. Das von ein paar Jahren noch innovative Quantified Self ist per Weight Watchers und Fitness Tracker wie runkeeper längst im Mainstream angekommen.
  • Die meisten Plattformen im aktuellen Conversation Prism sind erwartungsgemäß amerikanischer Herkunft. Chinesische Player sind auch dabei: Messaging per WeChat und Twittern per Weibo. Und das Businessnetzwerk Xing hält die deutsche Fahne hoch beim internationalen Social Media Prisma.

Social Media an der Wand: Anschauen, Diskutieren, Lernen

Ich habe das Conversation Prism ausgedruckt und an meine Wand gepinnt. Es gibt auf der offiziellen Seite conversationprism.com neben der kostenlosen Downloadmöglichkeit gar eine Möglichkeit ein Poster in Printfassung zu kaufen.

Und Sie?
Was ist Ihnen am neuen Social Media Prisma aufgefallen?
Haben Sie auch ein Poster davon  an der Wand?

Danke an Brian Solis und JESS3 für die Erlaubnis, das Originalprisma hier zu präsentieren. Sie können es direkt im Detail anschauen:

 

(Bildnachweise für beide Bilder: Brian Solis und JESS3)

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Autor: Lars Hahn

Entdecker von 'Systematisch Kaffeetrinken'. Hier persönlich. Sonst Geschäftsführer @LVQ_Bildung. Bloggt über die Arbeitswelt, Social Media und allerlei Digitalkram.

7 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Analyse! Als Toolanbieter ist es gut zu sehen, dass Team- und Cloud-basierte Social Collaboration-Tools nun als Teil dieses Ökosystems wahrgenommen werden.

    Zwei Punkte: Messaging, Video, Voice, Dateiaustausch, Communities und weitere Collaboration-Use Cases sollten Teile einer einheitlichen Plattform sein, nicht fragmentiert über mehrere Apps. Das ist zumindest unsere Vision für Circuit, und wir wollen damit die Zusammenarbeit effizienter machen.

    Gleichzeitig tun wir uns als deutsche/europäische Technologieanbieter schwer in der Wahrnehmung, wie das Prisma zeigt und du sagst. Da müssen wir nachbessern, denn auch hierzulande gibt es gute Lösungen.

    Antworten
  2. Schon beeindruckend wie viele Tools insgesamt existieren und was das für eine Menge ist. Dort den Überblick zu behalten ist schon schwierig und das zeigt, wie viele unterschiedliche Kanäle ständig auf einen einwirken können. Das Prisma ist eine tolle Übersicht, die ich mir gleich mal ausgedruckt habe, vielen Dank!

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  3. Schuldig! 🙂 Ich zeige die Grafik gerne, denn Unternehmen, die bei Facebook ihre Dialogpartner vermissen, haben so die Anregung weiter zu forschen.

    Ein weiterer schöner Effekt der gezeigten Vielfalt: Die meist bereits gewählte Auswahl an Social Web-Diensten wirkt plötzlich machbarer… Das ist besonders bei Neulingen im Social Web viel wert.

    Vor kurzem bloggte ich über die Social Media-Vielfalt, das Conversation Prism und wie den passenfen Zuschnitt finden:
    https://www.doschu.com/2017/07/social-media-ist-vielfalt

    Sonnige Grüße – DoSchu

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    • Danke für die Ergänzung, Doris. Du hast recht: SoMe ist Vielfalt. Das Prisma erinnert uns, mal abseits von Facebook, Instagram, Youtube und Twitter zu schauen.
      Hast Du denn in letzter Zeit mal neue ausprobiert? Vielleicht gar angeregt durch das Prisma?

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  4. Pingback: Recruiting, New Work und Events. #ZP17 - Systematisch KaffeetrinkenSystematisch Kaffeetrinken

  5. Hallo Lars,

    ich bin auf deinen interessanten Artikel gestoßen. Finde ihn sehr hilfreich. Vor allem aber deine Erläuterungen zum neuen Conversation Prism, finde ich mehr als gelungen und sehr empfehlenswert. Danke dafür. Hat mich echt inspiriert.

    Liebe Grüße
    Timea

    Antworten
  6. Pingback: Wandel durch Disruption - Social Media Prisma, deutsche Edition. - Systematisch KaffeetrinkenSystematisch Kaffeetrinken

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