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Social Media: Setze niemals auf eine Plattform! Oder: Wenn Storify schließt.

... Social Media Plattform Storify schließt

„Setze niemals auf eine einzige Social Media Plattform – sie könnte die Spielregeln ändern!“

Diese wichtigste Grundregel im Umgang mit Social Media hat sich just wieder einmal fundamental bewahrheitet. Aktuell hat Storify ihr "End-of-Life" angekündigt - die Plattform, mit der sich Tweets und Social Media Posts einfach in tollen Beiträgen zu Events oder Themen zusammenfassend darstellen lassen.

Wieder schließt eine Social Media Plattform, in die viele User und Unternehmen Engagement, Herzblut und wertvollen Content eingestellt haben. In diesem kurzen Beitrag ziehe ich meine Schlussfolgerungen daraus in Form von drei Empfehlungen für die Risikominimierung bei plattgemachten Plattformen.

Denn das kommt häufiger vor. Social Media-Plattformen werden bisweilen recht überraschend
geschlossen oder sie ändern ihre Regeln zum Nachteil der Nutzer. „Warum soll das auch nicht passieren? Ist ja „kostenlos“, muss man mit rechnen“ werden jetzt manche sagen. Und hat es ja schon vorher gegeben. Beispiele:

  • Twitter beendete 2013 die Blogging-Plattform Posterous
  • XING schloss 2013 seine Blogging-Funktion XING-Themen
  • Yelp übernahm Qype und stellte damit die Bewertungswelt auf den Kopf
  • Vine – die innovative 6-Sekunden-Videoapp von Twitter – ist längst Geschichte.
  • Nun gerade Storify

Ephemeral Content wider Willen

Was alle Beispiele der plattgemachten Plattformen eint: User, oft auch Unternehmen, sammelten jahrelang wertvollen Content auf dem jeweiligen Kanal, der bei Schließung dann zum Teil oder gar ganz weg ist. Selbst wenn Inhalte gerettet werden können, sind zumindest oft soziale Interaktionen, Kommentare, Follower und Fans verloren.

Die Inhalte verschwinden im virtuellen Nirvana. Das was bei Instagram Stories und Snapchat gewollt ist – dass Content nach einer Zeit verschwindet, passiert hier überraschend: Ephemeral Content wider Willen gewissermaßen.

Plattgemachte Plattformen in Social Media

Na klar! In jeder Social Media Weiterbildung lernt man, dass der Content in den Plattformen eben nur bedingt dem User gehört. Wenn die Plattform die Regeln ändert, habe ich sie zu akzeptieren. Was wäre, wenn LinkedIn von jetzt auf gleich seine erfolgreiche Blogging-Plattform Pulse wieder einstellte? Wenn gar das bei den Nutzerzahlen und Geschäftsergebnisse dümpelnde Twitter schließen würde?

Viele Nutzer – Unternehmen wie Personen – setzen dennoch bei ihrer Social Media Präsenz auf nur eine oder wenige Plattformen – mit viel Inhalt, Herzblut, Zeit und Geld. Deshalb ist es wichtig, Vorkehrungen zu treffen gegen plattgemachte Plattformen.

Daher lesen Sie hier meine

3 Empfehlungen zur Risikominimierung gegen plattgemachte Plattformen

1. Risikostreuung:

Setzen Sie niemals auf eine Social Media Plattform. Sie könnte plattgemacht werden. Bei XING-Themen begegneten mir damals mehrere Unternehmen, die dort quasi ihr Corporate Blog betrieben. Fast alles an Arbeit war innerhalb Woche weg. Wenn Sie keine eigene Plattform haben, streuen Sie Ihr Risiko und machen eine Social Media Mix-Strategie.

2. Das Blog als eigene Social Media Plattform:

Idealerweise veröffentlichen Sie Ihren Content auf einer eigenen Plattform wie einem Corporate Blog, in der Sie ihre Inhalte nach ihren eigenen Regeln veröffentlichen und dann mit Strategie in den Social Media publizieren. Über die Vorzüge von Corporate Blogs gegenüber anderen Plattformen haben kürzlich Daniela Sprung, Stephanie Kowalski und Meike Leopold geschrieben. Alternativ zum eigenen Blog gibt's die Möglichkeit bei "Medium als Tool für schriftliches Denken" zu schreiben, wie Christian Müller als Reaktion auf Storifys Ende formuliert (auch wenn man dann ja wieder einer fremden Plattform vertraut).

3. Regelmäßige Datensicherung oder –export:

Fast alle Social Media Kanäle und Plattformen bieten den Export der bisweilen über Jahre geposteten Bilder, Texte, Videos etc. An. Twitter und Facebook zum Beispiel bieten über die Einstellungen die Möglichkeit ein persönliches Archiv anzufordern.

... Archiv anfordern bei Twitter oder Facebook

Ich mache das regelmäßig alle drei Monate.

Alternativen zu Storify und Export der Storify-Daten

Übrigens bietet auch das gerade schließende Storify eine Export-Funktion Ihrer Daten: Einloggen, Story aufrufen über View, Exportieren in HTML und fertig ist die Sicherung der gesamten Geschichte inklusive aller Tweets und Verlinkungen. Genau nachzulesen ist die Rettung der Storify-Geschichten Schritt für Schritt bei Daniel Fiene.

Als Alternative zu Storify gerade bei Live-Events werde ich Twitter Moments ausprobieren. Bei besonderen Geschichten probiere ich zukünftig die direkte Einbettung von Tweets im eigenen Blog.

Und Sie?

Auf welcher Plattform erzählen Sie Social Media Geschichten?

12 Gedanken zu „Social Media: Setze niemals auf eine Plattform! Oder: Wenn Storify schließt.

  1. Pingback: Storify, ein geiles Tool. Geschichten zum Hashtag erzählen. - Systematisch KaffeetrinkenSystematisch Kaffeetrinken

  2. vielweib

    Twittermoments ist leider keine Alternative. Mal mit #Tassentweets https://twitter.com/i/moments/849980137567342592 als test ausprobiert. Werden leider Tweets mit der Zeit gelöscht. Leider konnte ich nicht heraus finden, warum und wieso.
    Storify war mit Einbindung von Plattformen wie Instagram und Facebook ideal. Als diese Schnittstellen geschlossen wurden, war das Abschalten eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Schade finde ich es, ich würde für das Angebot auch gern bezahlen...

    Antworten
    1. Lars Hahn

      Twitter Moments ist in der Tat noch schwach.
      Und wie man Storify 2 nutzen können soll, habe ich der Adobe-Seite nicht entnehmen können.
      Wir sollten ein anderes Tool finden.

      Antworten
  3. Christian Müller

    Danke für die Verlinkung. :) Bei Medium sehe ich tatsächlich weniger Risiko, was aber vor allem am CEO und Konzept liegt und bis zu einem gewissen Grad Glaubenssache ist.

    Die Einbettung von Tweets ins eigene Blog reduziert das Risiko übrigens nicht. Das gelingt nur über die Einbindung der Tweets als Screenshot, denn die können nicht extern gelöscht werden. :)

    Antworten
  4. Pingback: Lesenswerte Links – Kalenderwoche 51 in 2017 - Ein Ostwestfale im Rheinland

  5. Alex N

    Danke für den Beitrag, Herr Hahn! Neben den vielen Formaten aus Übersee, hier mal etwas aus Bayern :-)

    Unter dem Motto, "don't worry, be happy" nehmen wir Abschied von Storify und stellen uns in diesem storytile Live-Blog kurz vor: http://www.storytile.net/bye-storify-hi-storytile.html

    Zum Punkt #2 "Das Blog als eigene Social Media Plattform".

    Mittlerweile haben viele Artikel 1-2 Social Posts eingebettet. Schwieriger wird es mit der Live-Berichterstattung, wenn Webseiten Besucher die Seite für aktuelle Beiträge immer neu laden müssen.

    Auch die Verwaltung der Medien, ist nicht so einfach, wenn man unterwegs mit 12 Megapixel fotografiert und gleich publizieren muss.

    Für diese und andere Hürden, haben wir die storytile Live-Blogging-Suite entwickelt. Hoffentlich können wir den einen oder anderen Storify Nutzer glücklicher den je zuvor machen!

    Antworten
    1. Lars Hahn

      Danke Alex. Spannend klingt das allemal. Allerdings bin ich aus der Seite von Storytile noch nicht ganz schlau geworden. Kann man mit Storytile ähnlich kuratieren wie bei Storify? Wie sind die Preismodelle? Gibt es eine Freevariante?
      Ich würde's bei Gelegenheit gerne mal probieren.

      Antworten
  6. Hansjörg Leichsenring

    Storify war eine schöne Sache, um Links in attraktive Kurz-Inhalte umzuwandeln und die so geschaffenen Stories auf der eigenen Seite einzubinden.
    Neben dem Aspekt, ob sich der Aufwand lohnt, die alten Stories zu sichern (wären bei mir über 200) stellt sich die Frage nach einer Alternative für die Zukunft.
    Das "Problem" ist die Einbindung von Links zu Artikeln von Nicht WordPress-Seiten. da hat Storify automatisch Vorschaubild und Kurztext "herausgeholt". Ein ähnlich leistungsstarkes Tool habe ich leider bislang noch nicht gefunden.

    Beste Grüße
    Hansjörg Leichsenring

    Antworten
      1. Hansjörg Leichsenring

        Das ist auch nur ein möglicher Weg alte Stories zu retten. Am wäre ein WordPress-Plugin mit ähnlicher Funktionalität, um die Inhalte direkt einzubinden. Aber da bin ich bislang leider noch nicht fündig geworden
        VG
        Hansjörg Leichsenring

        Antworten
  7. Pingback: #rpTENhomies: Social-Media-Parade zur republica #rpTEN - Systematisch Kaffeetrinken

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