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Mal was völlig anderes tun? Über meine beruflichen Quereinstiege.

Beruflicher Quereinstieg: Du bist herzlich eingeladen!

Schnurgerade Karriere? Linearer Berufsweg? Lückenloser, gradliniger Lebenslauf?

Gibt‘s gar nicht.

Dies ist mein offizieller Beitrag zur Blogparade über beruflichen Quereinstieg. Mehr dazu am Ende des Beitrags.

Jeder hat schon mal einen Bruch in der beruflichen Biografie erlebt. Wirklich jeder!

Na gut, manche merken es vielleicht gar nicht, wenn sie einen beruflichen Quereinstieg hinlegen. So ging es mir bisweilen. Und das war so:

Beruflicher Quereinstieg aus Versehen

Seit mittlerweile 25 Jahren arbeite ich in der Erwachsenenbildung, genauer gesagt in der beruflichen Weiterbildung.

Wie passend: Ich hatte das sogar studiert -  Erwachsenenbildung. Und dennoch wimmelt es in meiner Berufsbiografie von Tätigkeiten, Aufgaben und Jobs, die ich in meiner Ausbildung nie gelernt habe.

Meine erste berufliche Tätigkeit noch während des Studiums war vorwiegend verwaltend, sotierend, organisierend. Was studentische Mitarbeiter halt so tun: ablegen, kopieren, Exceltabellen organisieren und sortieren. All das lernte ich im Studium allerdings nicht, also gewissermaßen Quereinstieg.

Nach dem Studium stieg ich dann als Berater an einer privaten Hochschule ein. Studienzugangsvoraussetzungen prüfen, Studiengänge erklären, Interesse wecken. All das hatte ich weder im Studium gelernt, noch im vorherigen Job gemacht. Beruflicher Quereinstieg also.

Da die Hochschule noch im Aufbau war – Startup gewissermaßen – hatte ich schnell Verantwortung: Prozesse aufbauen, Mitarbeiter einstellen, Führungsaufgaben. Sie ahnen es: Hatte ich weder im Studium gelernt, noch vorher beruflich gemacht. Auch irgendwie Quereinstieg.

Selfmade-Quereinstiege  –
Marketing-Geschäftsführer

Als ich den Job wechseln musste, weil ich nicht meinem von dannen ziehenden Arbeitgeber hinterherziehen wollte, standen Bewerbungen an. Viele passende Stellenanzeigen gab es nicht, drum suchte ich alternative Wege und Möglichkeiten nach Quereinstiegen.

„Was mit Marketing“ wollte ich gerne. Gewissermaßen per Zufall (war natürlich in Wirklichkeit gar keiner) landete ich bei der LVQ als Sachbearbeiter im Marketing. Hatte ich noch nicht gemacht, also beruflicher Quereinstieg. Schnell kümmerte ich mich um Projekte und Produkte, um neue Vertriebswege. Schwupp, durfte ich den Leiter für Marketing machen mit dem Resultat vieler neuer Aufgaben. Sie ahnen: Schon wieder Quereinstieg.

Vor sieben Jahren schließlich bewarb ich mich um die Geschäftsführung im Haus. Das hatte ich nun wirklich nicht studiert. Ich meine: Diplom-Pädagogik und Geschäftsführung. Merken Sie selbst?! Beruflicher Quereinstieg!

Quereinstieg ist das, was Du daraus machst!

Dass Sie mich nicht falsch verstehen: Oberflächlich sieht mein Lebenslauf recht stringend und konsequent aus. Die Lücken und Brüche, die ich beruflich erlebte sind gut verpackt.

Aber mein Berufsleben wimmelt tatsächlich von - manchmal sanften -Quereinstiegen.

Meine Quereinstieg- Definition

Denn wenn man Quereinstieg wie folgt definiert:

„Quereinstieg ist, wenn man beruflich etwas Neues macht, das man vorher weder formal studiert oder erlernt hat oder durch bisherige Berufserfahrung belegen kann.“

dann sind die meisten Veränderungen in meiner Berufsbiografie Quereinstiege.

  • Einige meiner Quereinstiege waren im selben Unternehmen – das geht leichter.
  • Manche meiner Quereinstiege waren von Job to Job – das war um einiges schwieriger.

3 steile Thesen zu beruflichen Quereinstiegen

  1. Quereinstiege funktionieren, wenn ich neben einer tollen PDF-Datei meiner Bewerbungsunterlagen mit dem Wissen darüber aufwarten kann, was ich kann, wo meine Fähigkeiten liegen, was ich gerne tue.
  2. Quereinstiege gehen wesentlich einfacher, wenn man sich darüber klar ist, wohin die berufliche Reise gehen soll. Dazu lohnt es sich, entsprechende Bücher über berufliche Positionierung zu lesen, geeignete Seminare zu besuchen oder mit passenden Menschen systematisch Kaffee zu trinken.
  3. Quereinstiege gelingen schlecht im offenen Stellenmarkt. Bei Stellenausschreibungen schauen alle auf die möglichst ideale Passung: „Hat sie gelernt“, „Hat er schon gemacht“. Da die Auswahl meistens geeignete Bewerber ausspuckt, gucken Quereinsteiger in die Röhre. Drum tun Quereinsteiger gut daran, alternative Wege der Jobsuche zu nutzen: Vernetzung, Kontaktpflege, systematische Recherche in Businessnetzwerken, Besuch von Konferenzen, Barcamps etc. Systematisch Kaffeetrinken eben!

Mein Evergreen-Buchtipp für das Thema "Beruflicher Quereinstieg" ist übrigens „Durchstarten zum Traumjob“ von Richard Nelson Bolles, von mir von Herzen empfohlen, ganz ohne Provisionslink bei Amazon, Thalia und Co.

Drüben bei Töfte-Texte hat Edda Klepp mit ihren Mitstreiterinnen Daniela Sprung und Steffie Kowalski zur Blogparade über Quereinstiege eingeladen: Wer über seinen eigenen beruflichen Quereinstieg oder aus der Perspektive von Beratern oder Coaches darüber schreiben will, kann das bis zum 07.10.2018. Infos über die Quereinstieg-Blogparade finden sich auf der Webseite zur #quereinstiegsparade.

Ausgewählte Beiträge der Blogparade #quereinstiegsparade:

2 Gedanken zu „Mal was völlig anderes tun? Über meine beruflichen Quereinstiege.

  1. Pingback: 5 todsichere Tipps, wie Sie Ihren beruflichen Quereinstieg versemmeln. › LVQ. Karriere-Blog

  2. Pingback: #Quereinstiegsparade: Interview mit Eva Maria Goldmann

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